«Wenn über das Grundsätzliche
keine Einigkeit besteht, ist es sinnlos,
miteinander Pläne zu schmieden»

Konfuzius, 551 - 479 v. Chr.,
chinesischer Philosoph

Der Wertefundus

Inspiration eröffnet Wege zu Haupttreffern, nicht bloss zu Trostpreisen. Inspiration ist ‒ wortwörtlich genommen ‒ das «Einhauchen» einer Idee. Inspirationsquellen vitalisieren unsere Gedankenwelt und beflügeln unseren Ideenreichtum. Bitteschön, Sie haben die Wahl:

Danke –
ich bin dankbar für zusätzliche Inputs
zu den einzelnen Werten oder
für weitere Werte.

Es ist nicht die stärkste,
noch die intelligenteste Art, die überlebt hat,
sondern diejenige, die sich am besten an die
Veränderungen anpasst hat

Charles Darwin, 1809 - 1882
Evolutionstheoretiker & Naturforscher

Anpassungsfähigkeit

Anpassungsfähigkeit & Veränderungsbereitschaft
‒ ja, natürlich!?

Das einzig Beständige ist der Wandel: Leben ist ein ewiger Fluss von Werden und Vergehen, ein unendlicher Strom der Gestaltungen, immer in Bewegung. Fliessendes Wasser ist ein wunderbares Symbol für den Fluss des Lebens. Und wir Menschen sind immer mitten drin im Strom des allumfassenden SEINs. Jedes Lebewesen ist grundsätzlich auf Erhalt seiner Art ausgerichtet, jedes Lebewesen will überleben und muss sich darum immer wieder den sich stets ändernden Umweltbedingungen anpassen. Die Natur musste ihre Geschöpfe darauf einstellen, mit einer sich dauernd verändernden Welt fertig zu werden. Die Forderung: Sich anpassen, lernen, sich weiterentwickeln.

«Die reinste Form des Wahnsinns ist es,
alles beim Alten zu belassen und zu hoffen,
dass sich etwas ändert.»

Albert Einstein, 1879-1955
Physiker

Das Gewohnte gibt’s gratis, Neues müssen wir lernen ‒
Phasen im Anpassungsprozess

Veränderungen sind Herausforderungen. Unerwartete Veränderungen reissen uns immer wieder heraus aus unserer Lebensplanung. Im Kleinen wie im Grossen: Sei es die spitze Bemerkung eines nahe stehenden Menschen, eines Arbeitskollegen, sei es der unverhoffte Telefonanruf, die unvorhergesehene Post, seien es die kleineren oder grösseren Zwischen- und Unfälle im Leben, oder gar Kündigungen oder Todesfälle – wir werden aus der Komfortzone, aus der Nestwärme der Sicherheit und aus der Gewöhnung des Vertrauten herauskatapultiert. Hinein ins Ungewisse, Bedrohliche.

Schock und Überraschung

Unsere persönliche Welt gerät angesichts unerwarteter Ereignisse ins Wanken, unsere Lebensplanung wird herausgefordert, unsere Gefühlslage aufgewühlt. Als Schutzmechanismus flüchten wir dann gern in die Inaktivität, in eine Art Trotz- und Schock-Starre: «Das kann gar nicht sein!» Ein Nichtwahrhaben-Wollen des neuen, umerwarteten Lebensimpulses. Wut und Ärger geben dabei den Ton an. Ankämpfen gegen das Neue. Erklärungen, Gegenargumente. Abwehrmechanismen. Nichts desto trotz: Die Veränderung dringt sukzessive in unser Bewusstsein ein und bricht unsere Gefühle auf, wir fühlen uns verzweifelt und hoffnungslos. In unseren Gedanken herrscht Vergangenheit, das, was wir nicht mehr haben können. Wir hadern mit dem Schicksal. Frustration und Passivität. Leere.

Langsam fügen wir uns erst passiv in das Unvermeidbare ein. Der innere Ablösungsprozess kann beginnen. Ein Loslassen des Vergangenen. Die rationale und emotionale Auseinandersetzung mit der Situation führt irgendwann an den Punkt, an dem man die Auswirkungen versteht und wieder nach vorne schauen kann. In dieser Phase der Neuorientierung arrangieren wir uns gedanklich und gefühlsmässig mit der neuen Situation. Ja, eine aktive Beteiligung am Veränderungsprozess kann nun beginnen, wir erkennen Chancen und Möglichkeiten. Mit der «Einverleibung» des Neuen verschmilzt die Veränderung mit dem Vertrauten, das Neue − das neu Gelernte − wird selbstverständlich, ist gewöhnlich. Ein neues Gleichgewicht pendelt sich ein.

«Ohne Veränderung keine Entwicklung»

Birgit Ramlow

«Wer glücklich sein will,
muss sich viel verändern»

Zen-Weisheit

«Verändern ist unvermeidlich,
Wachsen ist eine Wahl»

Autor unbekannt

«Willst du dein Land verändern, verändere deine Stadt.
Willst du deine Stadt verändern, verändere deine Strasse.
Willst du deine Strasse verändern, verändere dein Haus.
Willst du dein Haus verändern, verändere dich selbst.»

Arabisches Sprichwort

«Achtsamkeit ist Gewahrsein
des Seins»

Thich Nath Than, 1926
vietnamesischer, buddhistischer Meister

Achtsamkeit

Hier und Jetzt

Achtsamkeit kann als klares und nicht-wertendes Gewahrsein dessen bezeichnet werden, was in jedem Augenblick geschieht. Achtsamkeit ermöglicht uns, Körperempfindungen, Gedanken, Gefühle und alle anderen Wahrnehmungen, ob angenehm, unangenehm oder neutral, zu erfahren und so zu akzeptieren, wie sie sind – das Leben also tatsächlich zu erleben, wie es sich von Augenblick zu Augenblick entfaltet.

Leben findet jetzt statt, nur jetzt! – eine Binsenwahrheit!? − Das machen wir doch alle!? Nein, leider nicht, im Gegenteil! Wer ist schon mit seinem bewussten Sein ganz und gar im gegenwärtigen Augenblick? Wir verweilen doch meistens mit unseren Gedanken und Gefühlen entweder in der Vergangenheit oder schwelgen in Zukunftshoffnungen. Aber wann gelingt es uns schon, vollkommen im Hier und Jetzt zu sein, mit allen Sinnen einfach nur sein, wahrnehmen, ohne Wertung, ohne Interpretation des Augenblicks, einfach sein, beobachten, ganz sein.

Die Praxis der Achtsamkeit befähigt uns, auch in anspruchsvollen Lebensumständen innere Ruhe, Akzeptanz und Klarheit zu finden. Durch eine offene und annehmende Orientierung an der direkten Erfahrung des Augenblicks gewinnen wir ein tieferes Verständnis für uns selbst. Wir lernen, die Funktionsweise des Geistes und damit auch unsere gewohnheitsmässigen Reaktionsweisen zu erkennen. Dadurch führt Achtsamkeit zu einer umfassenderen Sichtweise, die uns neue, sinnvolle und oft kreative Handlungsmöglichkeiten eröffnen kann. Die Schulung der Achtsamkeit ist deshalb ein einfaches, konkretes und äusserst wirksames Mittel, um Stress abzubauen und Gesundheit und Wohlbefinden zu fördern. Sie ist auch deshalb von unschätzbarem Wert, weil sie uns die Kostbarkeit und Einzigartigkeit des gegenwärtigen Augenblicks bewusst werden lässt, unabhängig davon, ob wir gerade eine schöne und angenehme oder eine schwierige Erfahrung machen. Sie erlaubt uns, mit grösserer Intensität und Freude zu leben und bringt uns in tiefen Kontakt mit unseren inneren Kräften, die es uns ermöglichen zu erkennen, zu lernen, zu wachsen und zu gesunden.

Im Fluss des Lebens

Oder mit den Worten von Jon Kabat-Zinn, dem Begründer des Centre of Mindefulness: «Achtsamkeit bedeutet, auf eine bestimmte Weise aufmerksam zu sein: bewusst, im gegenwärtigen Augenblick und ohne zu urteilen. Diese Art der Aufmerksamkeit steigert das Gewahrsein und fördert die Klarheit sowie die Fähigkeit, die Realität des gegenwärtigen Augenblicks zu akzeptieren. Sie macht uns die Tatsache bewusst, dass unser Leben aus einer Folge von Augenblicken besteht. Wenn wir in vielen dieser Augenblicke nicht völlig gegenwärtig sind, so übersehen wir nicht nur das, was in unserem Leben am wertvollsten ist, sondern wir erkennen auch nicht den Reichtum und die Tiefe unserer Möglichkeiten zu wachsen und uns zu verändern …Achtsamkeit ist eine einfache und zugleich hochwirksame Methode, uns wieder in den Fluss des Lebens zu integrieren, uns wieder mit unserer Weisheit und Vitalität in Berührung zu bringen.»

«Denke daran, dass die Gegenwart alles ist, was du hast.
Mache das Jetzt
zum Mittelpunkt deines Lebens»

Eckhart Tolle, 1948
spiritueller Lehrer

«Begeisterung ist ein ewiger Frühling»

Friedrich Schiller, 1759-1805,
deutscher Dichter

Begeisterung

Das Feuer der Begeisterung

Begeisterung entsteht, wenn wir uns und unseren Geist für etwas entzünden. Begeisterung gleicht einem Feuer, sie steckt an – und wir brennen mit: Wir begeistern uns für Menschen, für Dinge, für Ideen oder Projekte. Dabei ist der Schlüssel zur Begeisterung die Bedeutung, die wir den Dingen geben. Sobald wir etwas denken, fühlen oder tun, das für uns bedeutsam ist, spüren wir sie, die Begeisterung.

Wir alle kennen doch den Zustand purer Lebensfreude, die Begeisterung in uns entfacht, dieses Rundum-Glücksgefühl. Den Schwung und den Tatendrang, die Lust und den Antrieb, der uns Bäume ausreissen lässt: Zum ersten Mal verliebt sein, unbeschwerte Kindheitserinnerungen, Schulabschlüsse, Erfolge im Sport, im Beruf, Hochzeitstag, Festessen! Das Feuer der Begeisterung entzündet immer den ganzen Menschen, ja Begeisterung ist ein Zauberelixier, das uns glücklich und erfolgreich machen kann. Sie lässt uns über uns hinauswachsen, lässt uns Ziele mitunter fast spielerisch leicht erreichen.

Begeisterung grenzt zudem an Euphorie, an Hochstimmung, an Hochgefühl. Das griechische Wort «euphoria» setzt sich zusammen aus «eu», was «gut, schön» bedeutet und aus «phérein», was «tragen» heisst. Euphria heisst also «leichtes Tragen» oder, im übertragenen Sinn «mit Leichtigkeit das Gute gebären».

«Man ist solange jung, wie
man sich für das Schöne begeistern kann
und nicht zulässt,
dass es vom Nützlichen erdrückt wird.»

Jean Paul, 1763-1823,
deutscher Dichter & Sprachvirtuose

Auf den Spuren der Begeisterung
‒ burn-in oder burn-out!?

Und wofür brennen wir eigentlich? Oder sind wir eher ausgebrannt, vielleicht durchgebrannt – oder gar abgebrannt? «Erschöpft», ohne wirklich geschöpft zu haben? Obwohl uns Begeisterung glücklich macht und uns in dem, was wir tun, gut, ja besser werden lässt, gestalten wir unser Leben doch oft so, dass die Begeisterung darin immer weniger Chancen hat. Unsere Begeisterung schwindet im Laufe des Älterwerdens. Sie kommt unter die Räder der Alltagsroutine, der Pflichterfüllung, der Anpassung, der Gewohnheiten, der Angst.

Aber «ohne Begeisterung schlafen die besten Kräfte unseres Gemüts ein. Es ist ein Zunder in uns, der Funken will», wusste auch Johann Gottfried von Herder. Zudem laufen wir Gefahr, ohne Begeisterung geistlos zu werden und im Chaos zu versinken. Begeisterung aber ist die Schubkraft, die Ideen Gestalt annehmen lässt, Begeisterung ist angewandte Schöpferkraft.

Der Weg der Begeisterung führt nach innen

Die Quelle der Begeisterung, wie bereits erwähnt, ist die Bedeutung, die wir den Dingen geben: Sobald wir etwas denken, fühlen oder tun, das für uns bedeutsam, wichtig und wertvoll ist, spüren wir das Feuer der Begeisterung. Was aber ist uns wichtig? − Der Weg der Begeisterung führt also erst nach innen, führt zu unseren Sehnsüchten, Wünschen, Träumen, zu unseren Werten, Talenten, Gaben und Zielen. Begeisterung ist in unserem innersten Kern angelegt und wartet darauf, entzündet zu werden. Wer sich für sich selbst Zeit nimmt und nach innen blickt, kann den Funken der Begeisterung entzünden. Begeisterung lässt uns von innen nach aussen leben. Leben kommt nicht zu uns, Leben geschieht durch uns!

«Ein schwaches Feuer erlischt im Sturm,
ein starkes wird vom Sturm
noch weiter angefacht.»

Victor Frankl

«Ein schwaches Feuer bedeutet beim Menschen, nicht aus der eigenen Tiefe heraus zu leben», resümiert der österreichische Begeisterungs-Coach Wolfgang Allgäuer. Wir leben in einer Welt «der Zuvielfalt» – in einer Welt, die uns permanent mit Reizen überschüttet und uns mit Alternativen und Ablenkungen bombardiert. Wer sich immer wieder von anderen Dingen anstecken lässt, dessen Lebensfeuer brennt nur an der Oberfläche. Es erlischt beim kleinsten «Krisenwind». Anders ist das bei Menschen, die aus ihrer eigenen Tiefe heraus leben: Das Feuer kommt von innen, brennt stark und wird stärker bei anfachenden Stürmen.

Die natürlichste, die einfachste Quelle der Begeisterung
‒ das JA zum Leben

Unser Leben schwingt im Spannungsfeld der Polaritäten, Leben findet zwischen den Lebenspolen statt. Das Gesetz der Polarität sucht stets den Ausgleich, die Mitte, wir pendeln − pendeln uns ein, bis wir wieder Mitte werden. Uwe Böschemeyer hat in seinem Buch «Begeisterung fürs Leben» die Lebenspole in starke Begriffe gekleidet: Der Lebensbejaher in uns – das ist die wohlwollende Haltung sich selbst und allem Leben gegenüber. Der Lebensbejaher ist die wichtigste Voraussetzung für ein begeistertes und erfülltes Leben. Lebensverneinung dagegen ist die feindliche Haltung sich selbst und allem Leben gegenüber. Wer aber das Nein in sich als seinen «inneren Gegenspieler» begreift, ja ihm sogar eine innere Heimat gibt, wird umso beherzter das JA im Leben suchen. Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Mensch glücklich sein will. Er kann sich auch selbst ablehnen. Dominiert der Neinsager in uns, dann sabotiert er unser Glück. Dann geschieht das, was der Wiener Psychotherapeut Victor Frankl gesagt hat: «Wer den Engel in sich verdrängt, macht ihn zum Dämon.

Lebensbejahung schafft Glück

Wenn ich mich aber dem, was ich in den wechselnden Lebenssituationen angeboten bekomme, verschliesse, verschliesst sich mir auch der Blick für das, was darin wertvoll sein könnte. Leben will angenommen, nicht abgestossen sein. Nein, die Welt da draussen wird sich nie ändern, ändern können wir aber die Einstellung zu ihr. Wir haben die Freiheit, zu wählen. Unsere Lebenseinstellung bestimmt unser Lebensgefühl. Vielleicht gibt es nur ein Problem im Leben, unseren Mangel am Gefühl für die Kostbarkeit des Lebens. Vielleicht sähe alles wirklich anders aus, wenn wir sähen, fühlten, schmeckten, erkennten, verstünden, begriffen und uns tief berühren liessen, wie wertvoll Leben ist. Lebensbejahung entfacht Begeisterung.

«Leben geschieht als JA, als Bewegung,
die sich nicht verweigert und erstarrt,
sondern sich dem Fluss
der ewigen Neugeburt hingibt.
Bejahung schafft Leben»

Stephan Hachtmann, 1963
Autor

Das «Manifest für Begeisterte»
von Wolfgang Allgäuer

  • Begeisterung braucht keine Motivation. Pflegen wir unser inneres Feuer!
  • Begeisterte haben Träume. Entfesseln wir unseren Geist und träumen wir gross!
  • Begeisterte kennen ihre Werte. Bleiben wir ihnen treu!
  • Begeisterte kennen ihre Talente. Bringen wir sie zur Wirkung!
  • Begeisterte vermehren ihre Energiespender und minimieren die Energieräuber. Seien wir voller Kraft!
  • Begeisterte haben klare Ziele. Sorgen wir dafür, dass wir sie erreichen!
  • Begeisterte haben eine Mission. Machen wir das Leben für andere Menschen lebenswerter!
  • Begeisterte haben eine Vision. Lassen wir Himmel und Erde sich berühren!
  • Begeisterte kennen die Kraft des Unterbewusstseins. Lassen wir uns von ihr tragen!
  • Begeisterte haben Tugenden. Leben wir sie jeden Tag!
  • Begeisterte hören nicht auf, ein begeistertes Leben zu führen!

(aus: Wolfgang Allgäuer, Endlich läuft der Laden, mit Begeisterung zum Erfolg)

«Die höchste Krone des Helden ist
die Besonnenheit
mitten in den Stürmen der Gegenwart»

Jean Paul, 1763 - 1825,
Dichter & Sprachvirtuose»

Besonnenheit

Bildnachweis: www.naturwunder-schweiz.ch

Die Sonne geht auf

«Besonnenheit» ‒ in diesem Wert steckt jede Menge Sonne, im wahrsten Sinne des Wortes. So wie unsere Sonne jederzeit hoch über den Wolken strahlt, über dem Nebel und den Gewittern, so besticht der Wert der Besonnenheit durch seine Klarheit hoch über den divergierenden Gedanken und den stürmischen Gefühlen. Besonnenheit ist die Fähigkeit, inne zu halten, ruhig und umsichtig abzuwägen, um in der Folge klar zu entscheiden und entschlossen zu handeln.

Das Wort «Besonnenheit» geht zurück auf Altgriechisch «sophrosýne», was «gesunder Verstand, richtige Erkenntnis, Zurückhaltung» bedeutet. Ursprünglich beschreibt dieses Wort «die Gesundheit des Zwerchfells», in dem vermeintlich unsere Seele sitzt. «Die Gesundheit des Zwerchfells»? Diese ursprüngliche Bedeutung schlägt schnurstracks eine Brücke zu Covid-19, der grassierenden Lungen-Pandemie im Frühling 2020, die uns die Luft in den Lungen abschneidet und den Brustraum eng macht.

Besonnenheit & Gelassenheit

Besonnenheit bezeichnet, im Unterschied zur Impulsivität, die überlegte, selbstbeherrschte Gelassenheit, die besonders auch in schwierigen oder heiklen Situationen den Verstand die Oberhand behalten lässt, um vorschnelle und unüberlegte Entscheidungen oder Taten zu vermeiden. Während Besonnenheit auf den rationalen Aspekt hinweist, betont Gelassenheit die emotionalen Anteile innerer Ruhe.

Besonnenheit ist die Fähigkeit, nachzudenken, zu überlegen, bevor man reagiert. Besonnenheit bedeutet einen Moment oder länger innezuhalten. Manchmal reicht es aus, den Reiz-Reaktions-Reflex zu unterbrechen, etwas abzuwarten, aus seiner Emotionalität herauszukommen, um eine gute Entscheidung zu treffen. Manchmal muss man schnell und spontan handeln. Auch dann gilt es, nicht aus den Emotionen allein heraus zu reagieren. Gerade in Katastrophen-Szenarien ist Besonnenheit ein guter Ratgeber.

«Die Kunst, eine Sache ruhig zu betrachten und
umsichtig zu begutachten,
das ist Besonnenheit»

«Nicht die Glücklichen sind dankbar,
es sind die Dankbaren, die glücklich sind»

Francis Bacon, 1561 - 1626,
enlgischer Philosoph

Dankbarkeit

Dankbarkeit ist wahrscheinlich die schnellste Möglichkeit, auf einfache Art und Weise sein Leben zu verbessern und sein Wohlbefinden grundlegend zu steigern. «Danke» ist eines dieser unscheinbaren, kleinen Zauberworte mit grosser, ja unglaublich grossartiger Wirkung. Einer Wirkung, die man auch umgehend spürt, in Körper und Geist. Dankbarkeit tut gut.

Was ist das Geheimnis des Dankesagens?

Wer von Herzen zu danken versteht, erhält scheinbar dauernd Geschenke, einfach so und frei Haus. Und das ist in der Tat so, denn er erachtet nicht nur die Torte zum Geburtstag als ein Geschenk, sondern er erkennt das Leben als Ganzes als ein wunderbares Geschenk: Erfahrungen en masse, kostenlos, Freud und Leid, jede Menge, gratis, Chancen zum Lernen, soviel das Herz begehrt, Entfaltung und Möglichkeiten, ohne Ende. Und nicht nur das eigene Leben, auch die gesamte Schöpfung und die Segnungen des Alltags – Geschenke soweit das Auge reicht! Dankbarkeit ist ein Eingedenk-Sein empfangener Wohltaten.

Dankend ist das Leben erfüllt, erfüllt von Reichtum, Schönheit und Sinn. Die Kraft der Dankbarkeit liegt darin, dass sie das menschliche Leben bereichert. Dankbarkeit wirkt erhebend, sie gibt Energie, inspiriert und verwandelt. Menschen werden durch sie bewegt, geöffnet und durch die Erfahrung der Dankbarkeit zur Bescheidenheit geführt. Dankbarkeit gibt dem Leben einen Sinn, indem sie das Leben als Geschenk kennzeichnet. Dankbarkeit hat eine grosse Wirkung auf unser Leben: Dankende haben gemäss wissenschaftlichen Studien:

  • eine höhere Lebenszufriedenheit,
  • ein besseres Selbstwertgefühl,
  • mehr Vitalität,
  • sie sind glücklicher und optimistischer,
  • sie erholen sich schneller von Krankheiten und Schicksalsschlägen
  • und sie leben länger.

Ein grosser Gegenspieler der Dankbarkeit ist die Selbstverständlichkeit. Wie oft gehen wir doch im Alltag gedankenlos an den Segnungen des Lebens vorbei. Dankbarkeit lehrt Staunen.

Danke-sagen ist Beten

Eine von Dankbarkeit geprägte Lebenshaltung gründet in der Achtsamkeit. Dankbarkeit fördert das Bewusstsein, das bewusste Sein. Denn sie wollen erst erkannt werden, die Segnungen des All-tags, sie wollen entdeckt, bestaunt, anerkannt werden. Dankbarkeit schenkt uns eine neue Sicht-weise, einen ganzheitlichen Blickwinkel auf das Leben. Dankbarkeit ist gelebte Spiritualität. Sie lobt und preist in jedem Augenblick den Schöpfer, den Urquell, das Universum, den Grossen Geist.

«Wäre das Wort «danke» das einzige Gebet,
das du sprichst, so würde es genügen»

Meister Eckhart, 1260-1328,
deutscher Mystiker

«Mit den Augen des anderen sehen,
mit den Ohren des anderen hören,
mit dem Herzen des anderen fühlen»

Empathie

Empathie –
das natürliche Förderprogramm zur besseren Verständigung

Aus dem Blickwinkel der Evolution betrachtet, setzt Überleben die Bereitschaft der Menschen zur Zusammenarbeit mit anderen voraus. Der Trick der Natur dabei: Die Natur muss die Menschen dazu bringen, dass sie verstehen, was in den anderen Menschen vor sich geht, damit sie sich in deren Lagen hineinversetzen können. Dann werden sie sich besser verstehen und sich besser verständigen können.

Spiegelneuronen in unserem Gehirn übernehmen diese Funktion, nämlich die Gefühle und Stimmungen anderer Menschen im eigenen neuronalen System abzubilden, sie zu spiegeln. Die Spiegelneuronen – dieses grundlegende Instrumentarium zu unseren emphatischen Fähigkeiten - bilden ein internes Resonanzsystem, durch das wir mit den Emotionen anderer mitschwingen können. Gefühle sind bekanntlich ansteckend. Ohne sie wären wir Roboter ohne Empathie.

Empathie in der Praxis

Wir lachen gemeinsam, freuen uns mit anderen, teilen ihre Trauer, empfinden Mitgefühl. Diese Vorgänge vollziehen sich unterhalb der Bewusstseinsschwelle. Oder: Freundlich anlächeln, und das Resonanzsystem unseres Gegenübers spürt den positiven Impuls und schafft ein gutes Gefühl. Wenn ganz allgemein eine Handlung beobachtet wird, entsteht im Gehirn des Beobachters nämlich dieselbe neurobiologische Aktivität, als würde er die Handlung selbst ausführen. Auch wenn nur über die Handlung gesprochen wird. Sie wird im Gehirn nachvollzogen und unmittelbar abgebildet.

Empathie ist die Bereitschaft, um Menschen zu verstehen, ihr Verhalten, ihre Handlungen, Absichten, Bedürfnisse, Gefühle und Gedanken. Mit den Augen des anderen sehen, mit den Ohren des anderen hören, mit dem Herzen des anderen fühlen.

«Es gibt in einem anderen Menschen nichts,
was es nicht auch in mir gibt.
Dies ist die einzige Grundlage für
das Verstehen der Menschen untereinander»

Erich Fromm, 1900 - 1980
humanistischer Sozialpsychologe

«Engagement ist der Bruder von Schwester «Begeisterung»,
die Mutter heisst «Herzblut», der Vater «Tatkraft».
Und alle stammen sie aus dem edlen Hause derer von Sinnen.»

Engagement

Foto: Beat Christen, Ennetmoos

Sein Bestes geben

Egal wie, wann, wo: «Sein Bestes geben», lautet die Devise des Engagements, nicht bloss das Mögliche machen. Denn das Mögliche erfüllt wohl immer (nur) den Standard, das Limit, oder bleibt knapp darunter, wogegen das Beste immer ein bisschen darüber ist – ständig Grenzen überschreitet. Mit Feuer und Flamme, Herzblut und Begeisterung. Engagement ist eine Herausforderung, eine Aufforderung zum Mehr!

Sich einsetzen, voll und ganz: Engagement verlangt auch Mut, ja eine Portion Frechheit. Denn: Sein Bestes geben bedeutet nämlich immer auch, Grenzen überschreiten, das Ungewohnte wagen, andere Wege gehen. Und wer sich einsetzt, setzt sich aus! Engagement fordert Courage. «Die Initiative ergreifen heisst, einen Anfang machen. Ohne Initiative ist man ohne Anfang und so schon immer am Ende» (Ruediger Dahlke).

Das Prinzip «proaktiv»

Proaktiv handeln, bedeutet noch mehr als die Initiative ergreifen, aktiv handeln oder gar Aktivismus: Proaktiv agieren, bedeutet, beim aktiven Handeln auch jegliche Verantwortung zu übernehmen, für sich, seine Einstellungen und seine Handlungen. Viktor Frankl hat diesen Ausdruck geprägt. Frankl ist ein österreichischer Psychotherapeut und ein Überlebender des Konzentrationslagers. Inmitten all der Grausamkeiten ist er zu der Erkenntnis gelangt, dass er wohl die Welt nicht ändern kann, aber dass er seine Einstellung zur Welt bestimmen kann, ja dass er seine Einstellung zur Welt jederzeit in der Hand hat! Denn: Die Dinge sind nie so, wie sie sind. Sie sind immer das, was wir aus ihnen machen. «Inmitten der Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten.» (Albert Einstein)

Proaktives Handeln zeigt sich auch in der Sprache. Der Unterschied zwischen reaktivem und proaktivem Denken und Handeln zeigt sich sehr anschaulich in der Wortwahl:

Reaktiv: Ich muss

Proaktiv: Ich will

Reaktiv: Ich habe keine Zeit dafür

Proaktiv: Ich nehme mir Zeit dafür

Reaktiv: Ich kann das nicht

Proaktiv: Ich mache mich schlau und frag mich durch bis ich's weiss.

Die Sprache der Engagements ‒ «Ja!»

«Yes, we can!», Barak Obamas Welt bewegender Slogan nimmt seinen Schwung, seine Stosskraft nicht zuletzt aus dem kleinen, unscheinbaren Wörtchen «yes». Das Wort «ja» ist ein Schöpfungsakt in Kleinformat, ein Appell, das etwas werden soll, ein Weckruf des Lebens zum Sein: «Ja» sagt das Leben zu allem, was wachsen will. «Ja» ist Schöpferkraft und Vorwärtsdrive zugleich, ist Engagement pur!

Wo auch immer in Texten ein engagierter Impuls gebraucht wird, «ja» übernimmt diese Aufgaben: z. B.: «Ja, das erledigen wir für Sie» – oder «Ja, Herr Muster, wir kümmern uns darum!»

Leitsätze zum Engagement
(natürlich in aktiver, bewegter Sprache!)

  • Wir denken initiativ und handeln engagiert.
  • Wir setzen uns ein, mit ganzer Kraft
  • Wir packen an.
  • Wir denken mit – proaktiv, selbstbewusst, verantwortungsbewusst.
  • Wir lassen nichts anbrennen.
  • Wir arbeiten mit Begeisterung.
  • Wir freuen uns auf Herausforderungen.
  • Wir finden Lösungen.

«Wohin du auch gehst,
geh mit deinem ganzen Herzen»

Konfuzius,551 - 479 v. Chr.

«Gelassenheit ist die Kunst loszulassen,
um uns jederzeit gelassen und frei,
ins Leben einzulassen»

Irmtraud Tarr, 1950,
Konzertorganistin & Psychotherapeutin

Gelassenheit

Das Glück der Weisen

Die Gelassenheit ist die Eigenschaft, vor allem in aufreibenden oder schwierigen Situationen, ruhig zu bleiben und sich von den Gegebenheiten nicht oder kaum verunsichern zu lassen. Dies ermöglicht ‒ durch ein vernünftiges und ruhiges Wahrnehmen von Sachverhalten ‒, ein unbeeinflusstes Entscheiden und Handeln.

«Gott gebe mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut,
Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und
die Weisheit,
das eine vom anderen zu unterscheiden.»

Karl Paul Reinhold Niebuhr,1892 - 1971,
amerikanischer Theologe und Philosoph

Die Epikureer beschrieben mit dem Wort «Ataraxie», Unerschütterlichkeit, das Ideal der Seelenruhe. Es sei der seelische Zustand der Affektlosigkeit und die emotionale Gelassenheit gegenüber Schicksalsschlägen und anderen Einwirkungen von aussen. Oberstes Ziel sei das Glück des Weisen.

«Gelassenheit ist eine anmutige Form
des Selbstbewusstseins»

Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach,1830 - 1916,
österreichische Erzählerin

«Was in der Welt dir nicht gefällt musst du
dir gelassen gefallen lassen»

Paul von Heyse, 1830 - 1914,
deutscher Romanist und Novellist

«Der Geniesser schafft sich eine Welt,
in der er immer wieder Schönes entdeckt,
eine Welt, die ihn immer wieder beschenkt»

Gero von Randow,
aus: «Geniessen»

Geniessen

Genuss ist Übungssache

Geniessen ist ein vollkommenes Eintauchen in den Augenblick. Das Rundum-Wohlgefühl des Geniessens entspringt dem vollkommenen Versöhnt-Sein mit dem Augenblick, mit sich und der Welt. Genuss verschlingt den Augenblick, Genuss ist eine Prise Ewigkeit. «Carpe diem», nutze den Tag, packe den Augenblick. Glücksgefühle sind kein Zufall. Glück ist nicht gegeben, sondern aufgegeben. − Geniessen ist Übungssache. Aber der Geniesser muss sich nicht von Höhepunkt zu Höhepunkt stressen oder nur einzigartige Flaschen entkorken oder angesagte Konzerte durchstehen, er kann irgendwo sein und geniessen, ja geniessen wollen!

Genuss ist pure Hingabe. Wer Hingabe übt, kann fast überall etwas geniessen. In allem, was uns umgibt, können wir ein Vielfaches mehr sehen, hören, riechen und schmecken als wir es normalerweise tun. Neues im Vertrauten erleben! Geniessen ist die Kunst der Achtsamkeit, ist Wahrnehmungskunst. Der Geniesser nimmt die Segnungen des Alltags wahr.

Je besser wir die Welt kennen, umso mehr schätzen wir sie. Die Welt ist unser Königreich − wir eignen sie uns an, indem wir sie geniessen. Lebenskunst ist viel weniger eine Frage des Intelligenzquotienten noch des Kontostandes, vielmehr geht es darum, Gelegenheiten, glücklich zu sein, am Schopf zu packen! «Glück ist nicht gegeben, aber aufgegeben.» (Seneca)

Die 10 goldenen Regeln des Geniessens

1. Übe dich im Genuss.
Das Gehirn, unsere Genussmaschine, will trainiert werden.

2. Gib dich hin, und du wirst beschenkt.
Sich engagieren für den Genuss, mit Liebe und Hingabe. Zum Beispiel: Essens-Vorbereitungen bewusst treffen, wo Liebe und Hingabe darin steckt, kommt auch Liebe und Hingabe heraus.

3. Lass alle Sinne frei.
Alles was fühlen kann aus der Reserve locken, geniessen mit allen Sinnen! Alle Sinne umherschweifen lassen, auskosten, gebrauchen.

4. Spiele mit dem Mass.
Das Mass gelegentlich überschreiten, um erfreut zurückzukehren, oder es einhalten, um die Überschreitung vorzubereiten. Takt bedeutet zu wissen, wie weit man zu weit gehen kann. Das althergebrachte Masshalten müssen wir nicht aufgeben, nur damit etwas freier spielen. Geniessen ist die Kunst zu wissen ,wieweit man zu weit gehen kann.

5. Finde den Rhythmus.
«Alles hat seine Zeit, Weinen hat seine Zeit, Lachen hat seine Zeit, klagen …. Da merkte ich, dass es nichts Besseres gibt, als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinen Mühen, das ist eine Gabe Gottes» (Bibel, Prediger 3)

6. Verbrauche die Zeit und sie bleibt stehen.
Wissend dass wir endlich sind, können wir der Zeit doch für Augenblicke entkommen: Verbrauche die Zeit und sie bleibt stehen. Stille, Hingabe und Flow

7. Inszeniere die Gemeinschaft, fühle dein Ich.
Denken trennt, Geniessen verbindet. Ich bin nur ich, weil es die anderen gibt – dafür danke ich ihnen, stosse mit ihnen an und trinke den Wein selbst.

8. Gehe liebevoll mit Menschen und Dingen um.
Genuss ist Liebe, Achtsamkeit, Sorgfalt. Ist jetzt sein, koste das Jetzt, den Augenblick, voll und ganz.

9. Fürchte dich nicht vor der Lust.
Genuss ist widersprüchlich. Der Geniesser lebt, indem er im Augenblick stirbt, er gewinnt, indem er sich verausgabt. Der Geniesser vollzieht mit seinen Sinnen die Einheit mit der Welt.

10. Werde selbst ein Kunstwerk.
Geniessen als Lebenshaltung, Die Welt ist unser Königreich. Wir eignen sie uns an, indem wir sie geniessen.

«Im Genuss gewinnt das Leben an
Schönheit und Lebendigkeit»

«Innovationen sind
ein Bündnis mit der Zukunft»

Hans-Jürgen Quandbeck-Seeger, 1939,
deutscher Chemiker

Innovation

Neu im Markt

Der Begriff «Innovation» stand erstmals 1915 im Rechtschreibeduden. Innovation heisst wörtlich «Neuerung» oder «Erneuerung». Das Wort ist vom lateinischen Verb innovare, erneuern, abgeleitet. In der Umgangssprache wird der Begriff im Sinne von neuen Ideen und Erfindungen verwendet. Im engeren Sinne resultieren Innovationen erst dann aus Ideen, wenn diese in neue Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren umgesetzt werden, die tatsächlich erfolgreiche Anwendung im Markt finden.

Voraussetzungen für Innovation

  • Die Fähigkeit, kreativ zu denken,
  • Raum für Kreativität
  • Ein offener, vorausschauender Fokus in die Zukunft
  • Die Bereitschaft für Veränderungen
  • Die Lust auf Veränderung
  • Ein tolerantes Umfeld
  • Eine inspirierende Umgebung

«Innovation ist keine Garantie gegen
das Scheitern, aber ohne Innovation
ist das Scheitern garantiert»

Stefan R. Munz 1961,
Produkt- und Organisationsentwickler

Tradition und Innovation

Innovation heisst, nach vorne zu blicken, Geschäftsmodelle völlig neu aufzusetzen, Produkte, Dienstleistungen für die Zukunft zu entwickeln. Tradition hingegen schaut zurück, besinnt sich auf alte Gepflogenheiten, Werte und Handlungsweisen. Und doch ist es möglich, dass Unternehmen hoch innovativ sind, gerade indem sie Althergebrachtes in ihre Geschäftsprozesse integrieren. Weil viele Konsumenten angesichts einer sich rasend schnell wandelnden Welt verunsichert sind, wissen sie die Rückbesinnung auf Traditionen als innovativ zu schätzen. Ein vertrautes Erscheinungsbild oder die Anwen¬dung von Prinzipien, die wir aus der Kindheit oder Erzählungen kennen: So etwas schafft familiäre Anhaltspunkte und bildet angenehme Inseln der Ruhe im globalen Getümmel.

Synonyme für Innovation sind

Erneuerung, Comeback, Neubelebung, Erfindung, Neuheit, Kreation, Entwicklung, Fortschritt , Neugestaltung, Wiederbelebung, Aufleben, Renaissance, Wiedergeburt, Neuordnung, Neuregelung, Progress, Neuerscheinung, Reform, Reorganisation, Umbildung, Umänderung, Umgestaltung, Umstellung, Umwandlung, Veränderung, Wandel, Neuerung

«Kooperationsbereitschaft ist die Bereitschaft,
bewusst in Beziehungen zu investieren»

Kooperationsbereitschaft

Der kluge Egoist kooperiert

Als soziale Wesen stehen wir in wechselseitiger Abhängigkeit. Wir brauchen Kooperationen. Das übergeordnete Ziel unserer Existenz ist das Überleben mit sozialer Anpassung an die Umwelt: Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Kooperation sind ein genetischer Auftrag. Wir sind letztlich aus egoistischen Gründen nett, sozial und kooperativ. Kooperationen sind eine Art Überlebensstrategie. Und Vertrauen wächst aus gelungenen Kooperationen, aus gemeinsamen, positiven Erfahrungen. Der kluge Egoist kooperiert. Minimiere den Wettbewerb − maximiere die Kooperation!

Im Wettbewerbs-Modus herrscht Konkurrenz, Konkurrenzkampf. Im Kampfplatz-Modus ticken wir anders als in unserem kooperativen Verhalten. Das Fundament der Kooperationsbereitschaft gründet in der Forderung:

Heraus aus dem bedrohlichen Kampfplatz-Modus –
hinein in den gemeinsamen Gestaltungsraum

Der Krieg mag wohl der Vater aller Dinge sein, aber die Kooperation ist die Mutter des nachhaltigen Erfolgs und der gelingenden Beziehungen. Der Kampfplatz-Modus, egal ob im persönlichen oder wirtschaftlichen Umfeld, kennt Feinde, Sieger und Verlierer, wogegen die Anstrengungen im gemeinsamen Gestaltungsraum einer Kooperation auf ein partnerschaftliches Miteinander abzielen und Win-win-Situationen im Fokus haben. Die Kooperationsbereitschaft fordert ein wertschätzendes Menschenbild mit einer offenen Kommunikationskultur: «Wenn einer dem andern aufmerksam zuhört, dann entwickelt sich in beiden nicht nur Offenheit füreinander, sondern auch Wertschätzung voreinander und Vertrauen zueinander» (Uwe Böschemeyer).

«Zusammenkommen ist ein Beginn,
Zusammenbleiben ist ein Fortschritt,
Zusammenarbeiten führt zum Erfolg»

Henry Ford, 1863 - 1947,
Gründer der Ford Motor Company

«Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand,
das Aussergewöhnliche ihren Wert»

Oscar Wilde, 1854 - 1900
irischer Schriftsteller

Kreativität

Neues ins Leben rufen

Kreativität ist Hingabe, ist Handwerk und Intuition. Das deutsche Wort «Kreativität» geht zurück auf die beiden lateinischen Verben creare, «gestalten», «formen» und crescere, «gedeihen», «wachsen lassen». Kreativität hat und braucht zwei Quellen: Das aktive, handfeste Schaffen und das eher passive Ruhen.

Kreativität ist einfach. Aber, es ist wie mit allem wirklich Einfachen: Der Weg dahin ist komplex, ja verschlungen. Kreativität ist nicht nur einfach, sondern auch das Natürlichste der Welt! Kreativität geht Hand in Hand mit der natürlichen Bewegung des Lebens. Der Lebensfluss an und für sich ist grundlegend kreativ: sein – werden – sich verändern – vergehen – neu werden – anders sein – vergehen – und so weiter: Sich ewig gestaltend, immer neu formend. Leben ist ewig im Fluss. Leben ruft Neues ins Leben: Leben ist immer auf dem Sprung, auf dem Sprung zu neuem Leben, auf dem Sprung zu mehr Leben. Und dieses Mehr an Leben – wie immer es ausschaut – das schafft Kreativität: Kreativität ist die Kraft, die aus Möglichkeiten Wirklichkeit macht. Unsere Schöpfung ist ein Spiel der ewig gestaltenden Schöpferkraft.

Und wir sind jederzeit mittendrin in diesem kreativen Lebensstrom. Brauchen ihn also «nur» anzuzapfen, brauchen ihn «nur» mitzugestalten. – Zugegeben, wir können uns auch treiben lassen, passiv sein und leiden. Oder aber wir gestalten aktiv und bewusst mit: Dann beginnen die Funken der Kreativität zu sprühen, dann beginnt das Feuer zu lodern. Dann wird’s heiss. Kreativität ist Schöpferkraft. Kreieren bedeutet, Neues ins Leben rufen.

Die Neugier

Neugier ist eine Triebfeder der Kreativität. Das Interesse am Anderen, die Lust am Neuen ist eine wesentliche, vielleicht die Quelle der Kreativität. Und noch grundlegender: Neugier ist ein Motor des menschlichen Lebens. Ja, Psychologen meinen gar, die Neugier gehöre zur menschlichen Grundausstattung: Die Tatsache nämlich, dass ein Säugling schon wenige Stunden nach der Geburt sein Gesicht und insbesondere die Mundpartie genau und interessiert abtaste, sei so ein Akt der Neugier. Die Lust nach Neuem, das Entdecken des Ungewohnten scheint uns in die Wiege gelegt. Kreativität ein Geburtsrecht? Eine Forderung des Lebens?

Neugier ist nicht nur eine nach vorne drängende Entdeckerkraft, sondern auch eine integrierende Kraft: Neugier öffnet die Tür zu Veränderungen und verknüpft «alte» Bewusstseinsinhalte mit neuen Herausforderungen. Neugier integriert nicht nur Altes und Neues, Neugier verbindet auch und bringt Menschen zusammen. «Die Neugier», so sinniert Johann Wolfgang von Goethe, «hält mich lebendig – das Interesse an dem, was die Begrenzung meiner Erfahrung sprengt. Neugier lässt mich wachsen, indem sie mich an meine Grenze bringt und darüber hinaussehen und gehen lässt. Denken, was undenkbar ist, erfahren was unfassbar erscheint – bis aus der Fülle der Möglichkeiten sich ein neues Bild der Wirklichkeit ergibt».

«Kreativität ist die höchste Form
der Individualität»

Gerhard Uhlenbruck, 1929,
deutscher Immunbiologe und Aphoristiker

«Große Genies widmen sich den
kleinsten Dingen mit der größten Hingabe»

Leonardo da Vinci, 1452 - 1519,
italienischer Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph

«Fantasie ist wichtiger denn Wissen,
denn Wissen ist begrenzt!»

Albert Einstein, 1879 - 1955,
Physiker

«Im Loslassen liegt Erlösung»

Spontispruch, auf einer WC-Anlage

Loslassen

Loslassen müssen wir erst lernen

Loslassen ist ein Lebensthema: Mit jedem Atemzug müssen wir etwas loslassen, mit jedem Tag müssen wir etwas verabschieden und uns für Neues öffnen. Es gibt vielleicht keine grössere Kunst im Leben als die des Loslassens. Von etwas oder jemandem loszulassen erfordert Bewusstsein und Mut. Loslassen ist immer ein Abenteuer, eine Überraschung, Neuland. − Was geschieht danach, wird’s wirklich besser? Loslassen erinnert aber auch an Abschiednehmen, an Leere, an Endlichkeit. Loslassen können ist eine Form der Anpassung an ein Ereignis oder eine Situation.

Jedes Loslassen ist auch ein Aufbruch zu neuen Ufern. Ein Wagnis. Es gilt, Gelassenheit zu entwickeln zwischen dem Willen zum Festhalten und der Bereitschaft zum Loslassen. Stichwort Festhalten: Jedem Loslassen liegt ein Festhalten zugrunde. Denn man kann nur loslassen, was man festhält, woran man anhaftet. Das Festhalten ist das eigentliche Problem, denn der Fluss des Lebens ist ewige Bewegung, ist Fliessen, nicht Stillstand. Nicht loslassen bedeutet nämlich, dass wir in einer Situation verharren, in einem Lebensumstand feststecken, in einem Verhaltensmuster festhalten − was unserer seelischen und körperlichen Gesundheit schadet und was uns daran hindert, uns weiter zu entwickeln und unsere Möglichkeiten, unser Potential auszuschöpfen. Anklammern ist unsere Natur – loslassen müssen wir erst lernen.

Das Bedürfnis nach Bindung

Aber warum tun wir uns eigentlich oft so schwer mit Loslassen? − Gründe dafür finden sich in unserer genetischen Grundausstattung im Gehirn, in unseren Urängsten und in unserem Grundbedürfnis nach Bindung und Sicherheit. Anklammern ist unsere Natur. Loslassen müssen wir dagegen erst lernen. Denn am Beginn unseres Lebens ist Bindung überlebensnotwenig. Ein Baby greift nach unserem Finger, nach unserem Gesicht, schmiegt sich an, sucht Halt, Verbindung. Losgelöst-Sein würde den sicheren Tod bedeuten.

Der Akt des Loslassens enthält immer auch ein gewisses Potential an Gefährdung, Bedrohung und Unsicherheit. Weil aber Sicherheit ein biologisch verankertes Grundbedürfnis ist, löst Unsicherheit in uns meist Unbehagen, ja Angst aus. Ein Kind sucht in solchen unsicheren Momenten stets Schutz, Körper- oder Blickkontakt zu den Eltern. Bei Erwachsenen sind die Reaktionen oft nicht mehr so offensichtlich, aber im Grunde ändert sich nicht viel: Das heisst, wenn wir auf dem Sprung zu etwas Neuem sind, brauchen wir erst recht das Gefühl, gebunden zu sein. Wir brauchen Sicherheit.

Aus diesem Sicherheitsbedürfnis heraus sind auch Rituale wie die grosse Abschiedsparty vor der Weltreise zu verstehen, oder aber auch der Polterabend vor der Hochzeit. So versichern wir uns noch einmal der Unterstützung durch Sippe und Freunde und festigen die Bindung. Denn, wie gesagt, Veränderung und Loslassen bedeuten Aufbruch zu neuem Leben und sind zugleich immer auch Bedrohung.

Ein zentrales Fundament für die Fähigkeit loszulassen, bilden unsere ersten Bindungserfahrungen als Kleinkind. Der Mechanismus, der dort zum Tragen kommt: Je sicherer sich ein Kind in dieser frühen Lebensphase fühlt, desto leichter fallen ihm später die Prozesse des Loslassens. Denn wenn Eltern feinfühlig auf die Bedürfnisse des Kleinen reagieren, dann sprechen die Wissenschaftler von einem «sicher gebundenen Kind». Es entwickelt ein stabiles Urvertrauen − und es kann sich sorglos auf den eigenen Weg machen. Ein solches Kind tröstet und wärmt sich zwischendurch schnell mal bei Mama oder Papa auf und zischt dann gleich wieder los, um die Welt wieder zu erkunden. Bindung und Neugier ergänzen sich, das eine geht nicht ohne das andere.

Das Urvertrauen – sich fallen lassen
aus: Hermann Hesse, «Klein und Wagner»

«Die ganze Kunst war sich fallen lassen! Das leuchtete als Ergebnis seines Lebens hell durch sein ganzes Wesen: sich fallen lassen! Hatte man das einmal getan, hatte man einmal sich dahingegeben, sich anheimgestellt, sich ergeben, hatte man einmal auf alle Stützen und jeden festen Boden unter sich verzichtet, hörte man ganz und gar nur noch auf den Führer im eigenen Herzen, dann war alles gewonnen, dann war alles gut, keine Angst mehr, keine Gefahr mehr.

Wunderbarer Gedanke: ein Leben ohne Angst! Die Angst überwinden, das war die Seligkeit, das war die Erlösung. Wie hatte er sein Leben lang Angst gelitten, und nun, wo der Tod ihn schon am Halse würgte, fühlte er nichts mehr davon, keine Angst, kein Grauen, nur Lächeln, nur Erlösung, nur Einverstandensein. Er wusste nun plötzlich, was Angst ist, und dass sie nur von dem überwunden werden kann, den sie erkannt hat. Man hat vor tausend Dingen Angst, vor Schmerzen, vor Richtern, vor dem Erwachen, vor dem Alleinsein, vor der Kälte, vor dem Wahnsinn, vor dem Tode - namentlich vor ihm, vor dem Tode. Aber all das waren nur Masken und Verkleidungen. In Wirklichkeit gab es nur eines, vor dem man Angst hatte: das Sichfallenlassen, den Schritt in das Ungewisse hinaus, den kleinen Schritt hinweg über all die Versicherungen, die es gab.

Und wer sich einmal, ein einziges Mal hingegeben hatte, wer einmal das große Vertrauen geübt und sich dem Schicksal anvertraut hatte, der war befreit. Er gehorchte nicht mehr den Erdgesetzen, er war in den Weltraum gefallen und schwang im Reigen der Gestirne mit. So war das. Es war so einfach, jedes Kind konnte das verstehen, konnte das wissen.»

«Es sind nicht die äusseren Umstände,
die das Leben verändern,
sondern die inneren Veränderungen,
die sich im Leben äussern»

Wilma Thomalla,
Heilpraktikerin & Publizistin

Der Frühlingsputz

Loslassen ist Befreiung, ist Erleichterung, bedeutet Ballast abwerfen, entrümpeln. Der Frühlingsputz für das eigene Leben muss aber nicht unbedingt von innen nach aussen geschehen, er kann auch im Aussen beginnen und sich im Innern fortsetzen. So wie der aufgeräumte Schreibtisch die Gedanken im Kopf klärt.

Die Ordnung in den eigenen vier Wänden, hat viel zu tun mit unserer inneren Ordnung. Indem man entrümpelt und Dinge loswird, die man nicht mehr braucht, gewinnt man nicht nur neuen Platz, Raum, Freiraum, Spielraum, Handlungsspielraum, sondern man gewinnt auch Übersicht und Klarheit.

Der zurückgewonnene Freiraum setzt zudem Energien frei und weckt neue Lebenslust. Ja, man spürt es überdeutlich: Aufräumen, reinigen ausmisten, Ballast abwerfen – das befreit. Tut gut! Überflüssiges loswerden, Unnötiges loslassen, das macht nicht nur freier, und das Leben einfacher, sondern die eigene Person auch wesentlicher, stimmiger und stärker.

Freie Sicht

Eine neu gewonnene Ordnung kann den Blick frei machen für die Zukunft, für neues Leben. Und es kommt wohl nicht von ungefähr, dass die Tipps fürs Ausmisten vielfach mit einem Punkt beginnen, der im Grunde nichts mit dem eigentlichen Ausräumen zu tun hat, der aber das Fundament des Ordnung-Schaffens tangiert:

Fenster putzen! Macht diese freiere Sicht nach Draussen erst den Blick frei für all das, was im Innern der Wohnung überflüssig und nicht mehr passend ist? Den Blick für all das, was so unnötig rumsteht. Man fühlt sich von den vielen Gegenständen wohl nicht direkt belästigt und trotzdem reagiert das Unbewusste unterschwellig mit einem beengenden, mit einem schwächenden Gefühl.

Wie geht am besten vorgehen mit Ordnung-Schaffen im Aussen?

Hauptsache: beginnen! Und Schritt für Schritt Ordnung schaffen, Regal für Regal, Schrank um Schrank, Zimmer für Zimmer.

Gegenstände würdigen. Es lohnt sich, jeden Gegenstand einzeln in die Hand zu nehmen und sich zu fragen, brauche ich dich noch? Wann habe ich dich zum letzten Mal benutzt? Kann ich, will ich dich loslassen? – Tipp: Sollte man den Gegenstand ein halbes Jahr nicht mehr gebraucht haben, könnte man ihn getrost loslassen. So alles entfernen, was nicht mehr zu mir passt.

Zu zweit geht das Ausmisten doppelt so schnell. Und das Befreiende daran ist, dass der/die Helfende nicht emotional an die Dinge gebunden ist und so nüchterner zupacken kann. Aber auch der Prozess des Gegenstände-Würdigens gestaltet sich zu zweit spannender.

Ein Frühlingsputz im grossen Rahmen, ein Grossreinemachen, benötigt wohl mehr Mut, aber der gewonnene Freiraum, ja, das gute Gefühl des Befreiungsschlags sind dann auch umso grösser. Man kann so richtig durchatmen, aufatmen! So mancher Brocken kann einem beim Loslassen vom Herzen fallen, und es wird einem einfach wohl ums Herz – so leicht, so weit, so frei. Loslassen und Loslachen!

Mehr Lebensfülle: Wenn der Lebensraum vollgestopft ist, kann nicht viel Neues ins Leben fliessen. Wenn wir uns aber die die Mühe machen und bewusst Raum schaffen für Neues, kann im besten Sinne des Wortes neues Leben ins Leben fliessen. Weg mit dem Alten, Überflüssigen, Unschönen – Platz für Neues, Sinnvolles, Schönes. Mit dem Frühlingsputz im Aussen und im Innern vereinfachen und klären wir unsere Lebensumstände und öffnen uns für mehr Lebensfülle.

«Loslassen befreit aus der eigenen Enge und
führt zu mehr Freiheit und neuen Möglichkeiten des Erlebens.
Wer loslässt ist im Fluss und
wird weiter, leichter und freier»

«Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal»

Talmud, jüdisches Weisheitsbuch

Lösungsorientierung

Lösungsorientiertes Denken

Um zu erkennen, wo wir auf dem Weg zu einer bewussten und anpackenden Lösungsorientierung den Hebel ansetzen müssen, werfe ich vorab einen Blick auf grundlegende Mechanismen des Lebens und frage: Was sind eigentlich Probleme? − Probleme entstehen, wenn unsere Wahrnehmung von der Welt nicht mit unserer Vorstellung von der Welt übereinstimmt. Die Welt und das Leben sind in erster Linie aber einmal so wie sie eben sind. Lebenssituationen sind Tatsachen. Wenn sich uns nun aber eine Situation anders präsentiert als wir es uns vorgestellt oder gewünscht haben, dann entsteht in uns ein Widerspruch zwischen Wahrnehmung und Vorstellung. Der Widerspruch in uns, diese Spannung, dieser Widerstand, das ist das eigentliche Problem.

Nun gibt es für uns drei Möglichkeiten, uns lösungsorientiert zu verhalten, gemäss einer Kurzformel aus der amerikanischen Managementlehre:

  • Change it,
  • love it or
  • leave it.

Also: Ändere, die problematische Situation, gestalte die Lebenssituation anders, neu, mit vollem Einsatz und Tatkraft, gib dein Bestes. Oder, wenn das nicht fruchtet: ändere deine Einstellung zur Situation. Wobei die konstruktivste aller Einstellungen die Haltung der Liebe ist, dieses Einverstanden-Sein aus dem Gefühl innerer Stärke heraus. «Es ist so wie es ist, sagt die Liebe» (Erich Fried). Sollte auch der Weg der inneren Weichenstellung nicht gelingen, steht die dritte Möglichkeit zur Verfügung: Verlasse diesen Problemherd, diesen Aufgabenbereich, und geh weiter.

Was aber jetzt schon offensichtlich ist auf dem Weg hin zu einem lösungsorientierten Denken, ist die Tatsache, dass es um Veränderung geht, um Anpassungsfähigkeit und Lernbereitschaft. Stehen wir nämlich vor einem Problem, dann steht mit Sicherheit eine Veränderung an, in welcher Form auch immer. Eine Binsenwahrheit!? – Mitnichten! Denn genau dagegen sträuben wir uns doch vielfach. Natürlich besteht immer auch die Möglichkeit, uns problemorientiert zu verhalten, zu klagen, zu lamentieren, andere zu beschuldigen, das Leben zu verdammen, nur: Das bringt wenig bis gar nichts, im Gegenteil, es schadet uns nur! – und vor allem: Es ändert sich nichts, ja das Problem wird meistens nur noch grösser, dringlicher, belastender. – Warum?

Wir haben die Wahl - das ewige Gesetz von Ursache und Wirkung

Dorthin, wo wir unsere Kraft, unsere Energie lenken, das verstärkt sich und wächst. Gleiches zieht Gleiches an: Was wir aussenden, das kommt zu uns zurück. Wir ernten das, was wir gesät haben. Wenn wir also Probleme wälzen, dann wächst das Problem (der Widerspruch in uns) nur noch an. Das ist der erste Schritt zur Lösungsorientierung, nämlich die Erkenntnis, dass wir immer die Wahl haben, wohin wir unsere Kraft lenken.

«Probleme wälzen» versus
«Lösungen finden»

Unser Gehirn kann nicht gleichzeitig ein Problem intensiv durchleuchten und zugleich nach Lösungen suchen. Entweder ich richte meine Aufmerksamkeit auf das Problem, benenne es, bewerte, analysiere es, erforsche die Ursachen − oder meine Aufmerksamkeit liegt bei der Lösung und ich arbeite daran, was ich wie ändern kann und muss. Ich arbeite an der Lösung, daran wie etwas sein soll, ich arbeite am Idealzustand. Diese andere Ausrichtung der Denkkraft ist die entscheidende Weichenstellung hin zur Lösungsorientierung. Hier entscheidet sich, ob wir Probleme wälzen oder Lösungen finden.

Und der Clou am konsequent lösungsorientierten Denken ist, dass sich Probleme entweder in Luft auflösen oder aus der lösungsorientierten Perspektive heraus viel einfacher gelöst werden können. Auf alle Fälle: Was Energie, was Aufmerksamkeit bekommt, das wächst, das wird grösser. Das Gesetz der Kausalität − die indische Kultur nennt es das Gesetz des Karma −, durchzieht unser ganzes Leben.

Das Ideal stärken

«Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen wie sie entstanden sind», lautet ein Zitat von Albert Einstein, in Anwendung an das Kausalgesetz. Sonst bleibt man nämlich im Symptom hängen. Es braucht einen Ebenenwechsel, eine Änderung der Gedankenausrichtung. Denn nur allzu oft verharren wir doch auf dem Weg der Problemlösung im Detail, ja verlieren uns geradezu im Problem oder suhlen uns im Unwesentlichen.

Egal bei welchem Anliegen, folgende Gedankentreppe führt strikt vom problem- zum lösungsorientierten Denken:

  • Das ist noch nicht ideal!? (Ist-Zustand kurz beleuchten)
  • So ist es ideal! (Soll-Zustand erarbeiten – konstruktives Denken!)
  • Das kann ich dazu tun! (mein Beitrag – Verantwortung übernehmen)
  • Das brauche ich noch dafür? (Kapazitäten, Geld, Zeit – Vorgehen planen)
  • Bis dann erledige ich es! (Zeitplan festlegen)

Verantwortung übernehmen

Mit unserem problemorientierten Denken haben wir es uns zur Gewohnheit gemacht, nicht in erster Linie Antworten zu geben, sondern die Lebensumstände zu bekämpfen – Lebensumstände, die ja eigentlich nur die Kulisse bilden zu den Fragestellungen des Lebens. Wir suchen die Schuldigen in der Aussenwelt, klagen an, beschuldigen, jammern und haben jede Menge Erklärungen und Rechtfertigungen. Kurz: Wir wollen vielfach keine Verantwortung für die Lebenssituationen übernehmen, wie sie sich uns hier und jetzt präsentieren! «Das Problem ist ausserhalb von mir, das hat doch gar nichts mit mir zu tun» – so denken wir für gewöhnlich. Ein nächster, entscheidender Schritt zur Lösungsorientierung heisst also, ohne Wenn und Aber «Verantwortung übernehmen».

Es ist wohl nicht zufällig, dass bereits im Wort «Verantwortung» die «Antwort» schon drinsteckt. Verantwortung übernehmen» bedeutet, sich einer Lebenssituation zu stellen. Verantwortung übernehmen bedeutet, sich mit der Fragestellung des Lebens zu befassen, auch wenn noch keine Antwort in Sichtweite ist. Verantwortung übernehmen bedeutet, die Lernaufgabe anzunehmen, damit kein Widerspruch, keine Spannung in uns entsteht. Kurz: Verantwortung übernehmen bedeutet, Antworten finden zu wollen und Antworten geben zu wollen. Wir müssen auf dem Weg zur Lösungsorientierung noch keine Lösung parat haben, aber wir sollten die innere Weichenstellung vollziehen. Die Weichenstellung, die da heisst: Die Lebenssituation, die sich mir jetzt präsentiert, ist wohl unangenehm, aber sie muss irgendetwas mit mir und meinem Leben zu tun haben! Ich weiss zwar (noch) nicht was, aber ich begebe mich auf den Weg, auf den Lösungsweg. − Diese innere Weichenstellung, diese Grundeinstellung entscheidet über unseren Umgang mit Problemen.

Ein konstruktiver Blick auf Probleme

Für gewöhnlich sind Probleme für uns einfach nur lästige Situationen, unangenehme Umstände, die wir bekämpfen oder gerne auch mal wegschieben. So «wälzen wir Probleme» und sie werden grösser und grösser. Oder wir schieben Probleme solange vor uns her, bis sie zu regelrechten Lawinen werden und wir gezwungen sind, hinzuschauen. Auf alle Fälle ziehen wir mit dieser abwehrenden Einstellung genau das an, was wir eigentlich vermeiden wollten: Weil wir Probleme fürchten und ihnen aus dem Weg gehen, werden sie immer grösser, belastender und am Ende unausweichlich.

Aber Probleme wären ja hilfreiche Fragestellungen des Lebens, Probleme sind eigentlich «Aufgaben in Arbeitskleidung». Bevor wir aber produktiv mit Problemen umgehen können, sollten wir nur schon gegenüber dem Wort «Problem» eine konstruktive Haltung einnehmen: Denn die lateinische Vorsilbe «pro» heisst «für». Das bedeutet, dass unsere Probleme für uns da sind, ja dass sie geradezu für uns massgeschneidert sind. Probleme sind Botschaften des Lebens, dass es etwas zu erkennen oder nachzubessern gibt. Probleme sind Botschaften mit Optimierungs- und Entwicklungspotential. Der nächste Schritt, ja der Königsweg zur Lösungsorientierung heisst, Probleme willkommen heissen.

Nur schon diese andere Einstellung gegenüber Problemen setzt eine ganz andere Kraft frei, weitet unseren Horizont und eröffnet Möglichkeiten und Wege. Denn darin spiegelt sich die Lebenshaltung, dass mein Leben mit all seinen Situationen und Facetten (irgendwie) mit mir zu tun hat. Es gibt etwas zu lernen, zu erkennen. Es gilt eine passende Antwort zu geben. Das macht Sinn.

«Die Qualität unseres Lebens ist abhängig
von der Qualität unseres Geistes und
seiner Gedankenausrichtung»

Kurt Trepperwein,
spiritueller Lehrer

Lösungsorientierung ist eine bewusste Weichenstellung in unserer geistigen Ausrichtung. Eine innere Weichenstellung mit folgenden Erkenntnis-Eckpeilern:

  • Hey, das Leben meint in dieser (problematischen) Situation mich, ja genau mich!
  • Ja, ich nehme die Lernaufgabe, die in sogenannten Problemen verborgen ist, an!
  • Bewusst richte ich dabei meine geistige Kraft auf die Lösung aus, ich habe die Wahl.
  • Ich erarbeite – geistreich - den Idealzustand für die problematische Situation und finde Wege zur Umsetzung!
  • Ich begebe mich tatkräftig und mutig auf den Weg, auf den Lösungsweg!

«Wichtig ist nicht, besser zu sein
als die andern.
Wichtig ist, besser zu sein als du gestern warst»

Weisheit aus dem Zen

Professionalität

Profis haben Ziele, Wille, Konsequenz

Professionalität ist die Kunst des durchdachten, konsequenten Vorgehens. Ganze Sachen machen. Zielorientiert, fokussiert, bewusst. Professionalität ist erst einmal Kopfsache: Wie muss ich vorgehen, um mein Ziel zu erreichen? Profis denken zum einen gross, ganzheitlich, weitsichtig und sie haben auf der anderen Seite auch ein Händchen fürs Detail: Roger Federers neuer Spielplan für das kommende Tennisjahr ist das eine, der passende Schuhbelag für das jeweilige Spielfeld das andere. Profis denken gross und zugleich differenziert! Profis sind also Eigenbrötler und Teamplayer zugleich. Sie zelebrieren zum einen das Einzelkämpfertum und schätzen doch auch – je nach Charakter und Anlass – das Teamwork mit anderen, mit anderen Profis.

Profis wollen mehr

Ziele sind erst dann erreicht, wenn sie ganz erreicht sind: Beharrlichkeit, Konsequenz, ganze Sachen machen, Nägel mit Köpfen. Professionelles Vorgehen ist Qualitätsarbeit, Verlässlichkeit, Verbindlichkeit. «Qualität quillt aus der Qual», sagt man. Vielleicht ist das gar das Fundament jeglicher Professionalität, das Streben nach mehr: Professionalität will besser werden, Tag für Tag, Professionalität geht weiter, geht vorwärts in Richtung Perfektion, in Richtung Meisterschaft. Der Weg zur Meisterschaft ist eine nach oben offene Spirale.

Die Sprache der Professionalität

Professionelle Sprache und Texte überzeugen durch ihre Verständlichkeit, ihre leser-freundliche Klarheit, ihre auf den Punkt gebrachte Knappheit: ihre Gradlinigkeit. «Sprachkürze gibt Denkweite!» (Jean Paul).

Wer wirkungsvoll schreiben und sprechen will, muss kurz schreiben – kurz? Besser knapp reden und schreiben. Denn der Inhalt soll knapp auf den Punkt gebracht sein. Das bedeutet, keine unnötigen Worte, alles Entbehrliche weglassen und das Notwendige einmal sagen! Nicht: die «getroffenen Massnahmen», sondern schlicht «die Massnahmen». Nicht: «Die Darstellung der Situation», sondern «die Situation». Der Leser soll schnell und klar das Wichtigste erfahren.

Knapp & positiv

Stattbesser
UnweitNah, dicht, nebenan
UnzweifelhaftZweifelsfrei, sicher
UnbeherrschtAufbrausend, jähzornig
UnangenehmPeinlich, lästig
UnrechtmässigVerboten
UnpünktlichZu spät
UnstreitigEs steht fest, sicher
Nicht ohneMit
UnentgeltlichKostenlos, gratis

«Qualität ist das Produkt der Liebe zum Detail.
Qualität ist nicht alles ‒ aber ohne
Qualität ist alles nichts»

Leitsätze zur Professionalität in der Arbeitswelt

  • Wir machen bündige Arbeit.
  • Wir machen ganze Sachen. Nägel mit Köpfen.
  • Wir beweisen unsere Kompetenz, Tag für Tag.
  • Wir liefern Qualitätsarbeit.
  • Auf uns ist Verlass.
  • Wir sind verbindlich. Unser Wort zählt.

«Sorgfalt erspart Sorgenfalten»

«Mitten im Winter habe ich erfahren,
dass es in mir einen unbesiegbaren Frühling gibt»

Albert Camus, 1913 - 1960,
französischer Schriftsteller & Philosoph

Resilienz

Prinzip «Stehaufmännchen»

Resilienz ist eine besondere Kraft der Psyche, Belastungen auszuhalten – es ist eine ausgeprägt lebensmutige Haltung. Ein resilienter Mensch lässt sich von Schicksalsschlägen nicht so leicht aus der Bahn werfen, sondern kommt rasch wieder auf die Beine und bewältigt sein Leben. Seelisch robuste Menschen, so unterschiedlich sie auch sein mögen, haben etwas gemein, wie die folgenden Beispiele zeigen:

Die Österreicherin Natascha Kampusch überlebte jahrelanges Gefangensein in einem Keller mit grosser psychischer Stärke und führt heute ein selbstbestimmtes Leben als Buchautorin und Schmuckdesignerin. Samuel Koch verletzte sich in der TV-Sendung «Wetten dass...?» so schwer, dass er seither querschnittsgelähmt ist. Dennoch arbeitet er als Schauspieler und ist Ensemblemitglied des Nationaltheaters Mannheim. Die Lebenswege der beiden lassen sich nicht miteinander vergleichen. Aber etwas eint sie: Sie haben sich trotz schwerster Lebenskrisen ihre Handlungskraft bewahrt. Resilienzforscher bezeichnen dies als «Selbstwirksamkeitserwartung» – als die Überzeugung eines Menschen, dass er sein Leben meistern kann, aus eigener Kraft. Wer über Selbstwirksamkeitserwartung verfügt, sucht in einer Krise nicht nach Schuldigen, sondern nach einem Ausweg, im festen Vertrauen darauf, dass er gangbar ist. Solche Menschen erleben Krisen so schmerzhaft wie andere, doch der Schmerz lähmt sie nicht. Stehaufmännchen verfügen über die Fähigkeit, ihre aufrechte Haltung auch aus jeder beliebigen (Schief-)Lage heraus wieder einzunehmen.

«Resilienz ist die Kraft, mit der man es
vom Boden wieder auf die Beine schafft»

Ronald Lengyel,
Ressourcenforscher und Resilienz Trainer,

«Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann:
Der eine ist gestern und der andere morgen»

Ihre Heiligkeit, der 14. Dalai Lama,
buddhistischer Führer

«Was die Raupe Ende der Welt nennt,
nennt der Rest der Welt Schmetterling»

Laotse, 6. Jahrh. v. Chr.,
chinesischer Philosoph

«Verlierer hören auf, wenn sie scheitern.
Gewinner scheitern bis sie Erfolg haben»

Robert Kiyosaki, 1947
Geschäftsmann und Autor

«Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht, sondern
die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht»

Vaclav Havel, 1936 - 2011
tschechischer Dramatiker & ehemaliger Präsident

«Lieber schuldig bleiben, als mit einer Münze zahlen, die
nicht unser Bild trägt!» — so will es unsere Souveränität»

Friedrich Nietzsche, 1844 - 1900,
deutscher Philosoph und Essayist

Souveränität

Die Souveränität lebt aus der inneren Freiheit heraus

Ein souveräner Mensch betreibt wirkungsvolles Selbstmanagement und tritt dadurch den Anforderungen des Lebens gelassen entgegen. Etymologisch leitet sich das Wort «Souveränität» vom Lateinischen ″superanus″ ab, was ″darüber befindlich″, ″überlegen″ bedeutet. Worüber befindet sich die Souveränität? ‒ Die Haltung der Souveränität steht im Alltag über den wechselnden Situationen, denn Souveränität zeichnet sich aus durch Selbstbestimmung und Eigenständigkeit. Souveränität gründet in der inneren Freiheit eines Menschen, ich mach mein Ding, bewusst, unbeirrbar und gleichzeitig anpassungsfähig: Diese klare Linie macht souveräne Menschen stark.

Werte-Souveränität: Je stärker die Persönlichkeit, desto konsequenter ist die Nähe zu den eigenen Werten. «Der Mensch hat einen Charakter, aber er ist eine Person und er wird zur Persönlichkeit, indem sich die Person, die einer ist, mit dem Charakter, der einer hat, auseinandersetzt. Indem sie zu ihm Stellung nimmt, gestaltet sie ihn und sich immer wieder um und wird zur Persönlichkeit» (Victor Emil Frankl). Unser Selbstwert bestimmt unsere innere Ausrichtung und prägt unsere Wahrnehmung der Welt. Unsere Werte drücken dabei aus, was uns wichtig, was uns etwas «wert» ist. Souveränität kennt die eigenen Werte.

Ziele-Souveränität: Vom römischen Stoiker Seneca ist folgendes Zitat überliefert: «Wenn ein Mann nicht weiss, in welchen Hafen er segeln will, ist kein Wind der richtige». Wir müssen uns selbst gut kennen, um richtig zu zielen. Unsere Träume und unsere Vorstellungen sind die Wegweiser, die uns zu unseren Zielen lotsen. Unsere Werte sind die Leitplanken zu unserem Ziel. Richtig gesetzte Ziele wirken wie ein Magnet. Man fühlt sich zu ihnen hin- ja, von ihnen angezogen.

Kompetenzen-Souveränität: Meister beherrschen ihr Handwerk. Die Souveränität besitzt auf ihrem Gebiet die Fachkenntnis und das Können, um alle anstehenden Aufgaben meisterlich zu erledigen und zugleich die soziale Kompetenz, um gut mit anderen Menschen umzugehen.

Zeit-Souveränität: Wir haben immer und überall alle Zeit der Welt, denn es kommt genau so viel Zeit nach, wie vergeht. Das Geheimnis im Umgang mit der Zeit ruht auf den Schultern zweier Begriffe: Effizienz ist die Fähigkeit, die Dinge richtig zu tun, mit voller Aufmerksamkeit und Hingabe. Effektivität ist die Kunst, die richtigen Dinge zu tun. Zielorientiert Prioritäten setzen. Aus Effizienz und Effektivität entsteht die Klarheit im souveränen Umgang mit der Zeit.

Persönliche Souveränität – ein Fazit: Es geht nicht darum, zu jeder Zeit und in jeder Situation vollkommen Herr oder Herrin der Lage zu sein. Es gibt Situationen im Leben, die auch der Souveränität ganz schön an die Nieren gehen. Souveränität in schwierigen Zeiten bedeutet, auch zu seinen Unsicherheiten zu stehen und bei Bedarf Hilfe zu suchen. Souveränität kann auch bedeuten, eine anspruchsvolle Situation nicht sofort in den Griff bekommen wollen, sondern erst die Übersicht zum Handeln zu bewahren und einen Weg aus der Schwierigkeit heraus zu suchen. Die Souveränität gibt auch den sogenannten menschlichen Schwächen wie Unsicherheit und Orientierungslosigkeit eine Heimat.

«Die grösste Offenbarung ist die Stille»

Laotse, 6. Jahrh. v. Chr.,
chinesischer Philosoph

Stille

Die Kraft der Stille schenkt Schwung und
eine gesunde Leistungsfähigkeit

Augenblicke der Stille wirken wie ein System-Update: Das «System Mensch» kann sich in der Stille «defragmentieren», kann Altes aufarbeiten und sich dann neu «formatieren», kann bereit sein für Neues. Ohne Stille kommt jedes System früher oder später ins Stottern, ja ins Stocken. Stille ist eine ewige, natürlich-einfache Kraft- und Inspirationsquelle.

Stille reduziert Stress

Es ist das Prinzip des Ausgleichs, das in Augenblicken der Stille seine Wirkung entfalten kann. Der Ausgleich zwischen den aktiven, bewegtbewegenden, männlichen Kräften und den passiv-empfangenden, schöpferischen, weiblichen Energien. Das Spiel der Polaritäten kann in der Stille erkannt und in die Balance gebracht werden. Eine solch ausgeglichene Arbeitshaltung führt zu mehr Gelassenheit und einer gesunden Leistungsfähigkeit. Das Einüben der Stille befähigt uns, mit Stress im Berufsalltag souveräner umzugehen.

Stille schafft Klarheit

Stille können wir nicht wollen oder aktiv machen: Die Flut der Gedanken und den Strom der Gefühle können wir nicht einfach so abschalten. Sie kommen, wie und wann sie wollen. Was wir aber tun können, ist richtig damit umzugehen: Sie nämlich einfach kommen und wieder gehen zu lassen, mit einer nicht wertendenden Wahrnehmung, ohne Ablehnung und ohne Festhalten – mit Achtsamkeit. So entsteht Schritt für Schritt Klarheit im Geist, still werden, still sein − wie ein stürmischer See, der langsam zur Ruhe kommt, sich glättet und den Blick in die Tiefe freigibt. In Augenblicken der Stille schärft sich unser Fokus und unsere Prioritäten klären sich.

Stille öffnet für Neues

Wenn unser Verstand im Sturm lebhafter Geschäftstätigkeit immer wieder einmal an seine Grenzen stösst, im Kreis dreht und Probleme wälzt, dann öffnet Inspiration neue Türen – eine Inspiration, die der Stille entspringt. Stille ist Leere, ist Raum. Stille öffnet einen Raum unendlicher Möglichkeiten.

«In der Ruhe liegt die Kraft –
Im Raum der Stille schlummern
Möglichkeiten und Lösungen»

«Tradition ist das Weitergeben des Feuers,
nicht das Bewahren der Asche»

Jean Jaurés, 1859 - 1914,
französischer Politiker

Tradition

Weitergeben

«Tradition» ist abgeleitet vom lateinischen Verb tradere, das weitergeben, weiterleiten, hinübergeben bedeutet. Tradition bezeichnet die Weitergabe ‒ das Tradere ‒ von Handlungsmustern, Überzeugungen und Glaubensvorstellungen, Gepflogenheiten, Konventionen, Bräuche oder Sitten. Tradition geschieht innerhalb einer Gruppe oder zwischen Generationen und kann mündlich oder schriftlich über Erziehung, Vorbild oder spielerisches Nachahmen erfolgen. Die soziale Gruppe wird dadurch zur Kultur.

«Tradition ist Erinnerung an die Erinnerung»

Gerhard Uhlenbruck, 1929
deutscher Mediziner und Aphoristiker

«Man kann niemanden überholen,
wenn man in seine Fußstapfen tritt»

François Truffaut, 1932 - 1984,
französischer. Filmregisseur

«Wertschätzung kommt immer vor Wertschöpfung»

Andreas Buhr, 1960,
aus. Führungsprinzipien

Wertschätzung

Einzigartig!

Nur wer etwas bewusst wahrnimmt, kann dessen Wert schätzen. Die Basis der Wertschätzung heisst Bewusstheit, Achtsamkeit: Interesse an der Welt, Interesse an den Menschen. Respekt, Achtung und Wertschätzung haben Beziehung im Visier. Das Menschenbild der Wertschätzung sieht jeden Menschen als Individuum und anerkennt seine Einzigartigkeit.

Der gewinnende Umgang mit Menschen, oder auf geschäftlicher Ebene mit Kunden basiert auf Wertschätzung. «Jeder Kundenkontakt ist ein Moment der Wahrheit» (Anne Schüttler). Was wollen Kunden eigentlich? Kunden wollen eine Spitzenleistung, die begeistert und sie wollen gute Gefühle. Das erreichen wir mit Kundenbeziehungen, die auf Begeisterung und Verbundenheit basieren. Das Ziel heisst: Menschen glücklich machen, weil wir ihre Probleme lösen und ihnen ein gutes Gefühl bereiten. Mit Leidenschaft Kundeninteressen verfolgen! «Wertschätzung ist ein sicherer Weg der rechten Einschätzung».

Zeit schenken

Wer dem Kunden, ja, ganz allgemein einem Mitmenschen, Zeit schenkt, beschenkt ihn. Aus einem Referat eines Kundenberaters einer Bank: «Das Geschäft mit dem Geld ist heikel. Das Arbeiten mit Menschen ist aber noch viel heikler. Als Kundenberater macht man täglich den Spagat zwischen Finanzexperte und Seelendoktor. Man ist Ansprechperson in jeder Situation. Der Kundenberater ist da. Als Ansprechperson, als «Helfer in der Not». Und trotzdem sind da Zahlen und Ziele zu erreichen. Soll ich jetzt mit dieser Kundin noch 15 Minuten über die tragische Beziehung mit ihrer Schwiegertochter sprechen? Ich habe da doch noch dieses dringende Telefon. Hier gilt es abzuwägen. Meine Devise ist aber: Nimm Dir Zeit, das ist nachhaltig, irgendwann kommt es zurück.»

Wertschätzung ist Achtsamkeit

«Achtsam sein heisst,... den Kunden direkt anschauen, als ob es dein bester Freund wäre – um dich herum geht die Welt ihren Lauf, du beschäftigst dich aber nur mit deinem Kunden. – Wir beziehen unsere Kunden immer auf eine Art und Weise mit ein, die für gute Energie und eine angenehme Stimmung sorgt. Unser Credo: Wie können wir unseren Kunden einen schönen Tag bereiten? Wie könnten wir uns gegenseitig einen schönen Tag bereiten?»

(aus: Fish, ein ungewöhnliches Motivationsbuch).

Empathie ist Wertschätzung pur

Empathie ist die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzudenken und sie nicht wertend wahrzunehmen. Ohne Empathie entstehen keine nachhaltig erfolgreichen Beziehungen. Henry Ford umreisst sein Erfolgsgeheimnis folgendermassen: «Wenn es ein Geheimnis für Erfolg gibt, dann ist es die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen.» Wo Wertschätzung ist und vertrauensvolle Beziehungen bestehen, da kann auch Wertschöpfung entstehen.

«Wie durch Geschenke,
kann man auch durch Vertrauensbeweise fesseln»

Niklas Luhmann, 1927 - 1998,
Soziologe

Vertrauen

Vertrauens-Thesen

Das Abenteuer «Vertrauen» beginnt mit dem Durchschneiden der Nabelschnur.

Zack! − die Verbindung ist weg, wir sind getrennt! Die Verbundenheit fehlt, die Sicherheit ist weg. Und wir sind mitten drin in der Unsicherheit, im Risiko des Lebens. Denn Leben ist stete Veränderung, Unberechenbarkeit, Leben ist immer lebensgefährlich. Vertrauen ist ein Puffer für all das Risikobe¬haf¬tete des Lebens, ja Vertrauen setzt geradezu eine Risikosituation voraus. Die risikoreiche Situation stellt uns vor die Wahl: Vertrauen oder Misstrauen! Die Möglichkeit zur Enttäuschung schwingt immer mit. Die Möglichkeit zur Trübung des Vertrauens macht seine eigentliche Existenz aus. Mehr noch: Nur wer enttäuscht werden kann, gewinnt letztlich auch Vertrauen.

Als soziale Wesen und unternehmerisch tätige Menschen
stehen wir in wechselseitiger Abhängigkeit.

Wir brauchen Kooperationen. Kooperationen sind eine Art Überlebensstrategie. Vertrauen wächst aus gelungenen Kooperationen, aus gemeinsamen, positiven Erfahrungen. Der kluge Egoist kooperiert. Minimiere den Wettbewerb − maximiere die Kooperation! Vertrauen schafft mehr Möglichkeiten des Erlebens und Handelns. Vertrauen ist Selbstvertrauen in Aktion.

Vertrauen ist das Motorenöl in jedem Beziehungsgetriebe.
Vertrauen ist ein hochwertiges soziales Kapital.

Vertrauen ist die Voraussetzung für gelingende Zusammenarbeit und zugleich ihr Ergebnis. Wenn wir vertrauen, überlassen wir nämlich einem anderen Menschen die Sorge um eine Sache, die für uns wichtig ist. Wir können aber nie 100% sicher sein, ob dieser auch leistungsbereit oder -fähig ist. Mit unserem Vertrauensvorschuss geben, ja schenken wir einem anderen die Möglichkeit, unser Vertrauen zu bestätigen. Vertrauensfähigkeit im digitalen Zeitalter bedeutet, schnelles, reflektiertes Vertrauen ohne Vertrautheit zu entwickeln, währenddem das Vertrauenskonzept alter Tage auf Vertrautheit basierte, aus Nähe und Selbstverständlichkeit.

Vertrauen erwächst aus einem Menschenbild der Wertschätzung.

Es sind die Charaktereigenschaften der persönlichen Integrität, die Glaubwürdigkeit erzeugen und Vertrauen fördern: Ehrlichkeit, Offenheit, Respekt… Man muss Menschen mögen, Liebe? Der Businessalltag ist auch von Zweckgemeinschaften geprägt: Zweckgemeinschaften sind auf eine bestimmte Aufgabe hin ausgerichtet, sie brauchen nicht zwingend Sympathie oder Liebe. Aber: Vereinbarungstreue und Wertschätzung im Umgang mit Menschen!

Kommunikation ist der Dreh- und Angelpunkt für Vertrauen.

Der erste Schritt zum Vertrauen heisst: Verstehen. Kommunikation ist der Ursprung allen Verstehens. Verbessert sich die Kommunikation, steigt das gegenseitige Verstehen, das Vertrauen. Ohne Information über die Absichten, das Verhalten und die Zuverlässigkeit meines Gegenübers entsteht keine Vertrauensbasis. Man muss für den Partner berechenbar sein und bleiben. Kommunikation muss Verstehen fördern.

Gesundes Vertrauen ist weder blind noch naiv,
dafür reflektiert, kalkuliert und verantwortungsbewusst.

Vertrauen ist sinnvollerweise immer begrenzt. Vertrauen zeigt sich in unterschiedlichen Kontexten in je unterschiedlicher Weise. Gesundes Vertrauen ist keine Vertrauensseligkeit, sondern immer konkret und kalkuliert – hervorgegangen aus einer umfassenden Reflexion und klar ausgerichtet an Spielregeln mit möglichen Sanktionen. Gesundes Vertrauen ist ein Balanceakt zwischen Leichtgläubigkeit und Argwohn, eine Entscheidung. «Vertraue im Allgemeinen, misstraue im Besonderen.»

Vertrauen braucht Kontrolle.

Vertrauen kann nicht heissen, auf Vorsicht, Sicherheit und Kontrolle zu verzichten. Blindes Vertrauen ist naiv und ein undifferenziertes Verhalten. Und auch eine Möglichkeit, Verantwortung nicht wahrzunehmen. Gesundes Vertrauen ist aber immer an Bedingungen geknüpft, Vertrauen schafft und stellt Ansprüche. Vertrauen braucht Kontrolle. Je grösser das Vertrauen ist, desto mehr hat Kontrolle aber einen unterstützenden Charakter – je grösser das Misstrauen, desto mehr engt Kontrolle ein. Vertraue, aber kontrolliere auch!

Vertrauen zahlt sich für jedes Unternehmen aus.

Vertrauen als eine wahrhaft «dynamisierende Kraft» macht Unternehmen anpassungsfähig und kreativ. Unternehmen wandeln sich, wenn Menschen vertrauen. Der Bedarf an Vertrauen steigt in einer globalisierten Welt dramatisch, in einer Welt mit schnellen Märkten und flexiblen Arbeitsstrukturen. «Die Gesellschaft der Zukunft ist zum Vertrauen verurteilt» (Peter Sloterdijk, deutscher Philosoph).

Vertrauen verpflichtet

Das Leben sucht immer den Ausgleich. Geben und Nehmen müssen im Gleichgewicht sein, wenn wir uns entspannt fühlen wollen. (Gesetz der Reziprozität: Gleiche ein Geschenk aus!). Ein Vertrauensvorschuss erzeugt einen tief innen gespürten Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Vertrauen übt eine verpflichtende Wirkung aus. Es ist wie eine Einzahlung auf ein imaginäres Beziehungskonto, das der andere mit seiner Gegenleistung ausgleichen muss, wenn er nicht mit einer spürbaren, inneren Schieflage leben will.

Berechenbarkeit startet Vertrauen

Auf den ersten Blick scheint Vertrauen ein Zustand zu sein, für den man aktiv nicht viel beitragen kann, da man es ja nicht in der Hand hat, ob einem Vertrauen entgegengebracht wird. Aber, indem man sich öffnet und aktiv berechenbar und «verwundbar» macht, bringt man den Vertrauensmechanismus selbst gezielt in Gang. Verwundbarkeit ist die freiwillige Bereitschaft, ein Risiko einzugehen. Es ist der eigene Einsatz, um den man beim «Vertrauen schenken», dieser Selbstöffnung, fürchten muss. Und je grösser der mögliche Schaden, desto grösser die eigene Vertrauensleistung. Der Vertrauensvorschuss wirkt wie eine Hypothek. «Wie durch Geschenke, kann man auch durch Vertrauensbeweise fesseln» (Niklas Luhmann).

Nur dem Vertrauen gelingt es, Menschen nachhaltig in
eine gemeinsame Zielsetzung einzubinden.

Vertrauen ist das Fundament und zugleich die Voraussetzung für gemeinsame Ziele, Vereinbarungen und Verträge. Vertrauen kalkuliert mit der Vereinbarungstreue, Vertrauen schafft Verbindlichkeiten. Aus Verbindlichkeit entsteht Verantwortung. Vertrauen führt Menschen in die Verantwortung, Vertrauen nimmt Menschen in die Pflicht. Vertrauen ist ein konstruktiver Steuerungsmechanismus, Menschen zu fordern und zu fördern.

Misstrauen und Sicherheitswahn blockieren uns.

Vertrauen fehlt, Misstrauen herrscht, so präsentiert sich unsere Welt. Einseitiges, übertriebenes, ängstliches Sicherheits-Denken macht aber eng. In unsicheren Zeiten des Wandels muss vor allem Vertrauen gefördert werden. Im Klima des Misstrauens bewegt sich nämlich nichts, alle kultivieren ihre eigenen Abwehrmechanismen. Ja, Unternehmen können zu regelrechten Verdachtsorganisationen werden. Misstrauen wird zur Norm, Vertrauen zum Unnatürlichen, zur Sünde!? Misstrauen und Sicherheitswahn verschlingen nicht nur Unmengen von Kosten, sie töten massenweise Lebendigkeit, Motivation, Begeisterung. − Welcher Geist herrscht in Ihrem Unternehmen?

Der Umgang mit Vertrauensbrüchen ist ein Fall für
die Kommunikation und eine Sache des Selbstvertrauens.

Vertrauen − vor allem zu sich selbst: Selbstvertrauen − versteht es, mit Widerständen elastisch, wertschätzend und klar umzugehen. Vertrauen steht immer im Test. Es ist ein zerbrechliches Gut, um das man sich stets von Neuem bemühen muss. Und wenn einem etwas wichtig ist, zum Beispiel Werte wie Vertrauen oder Verlässlichkeit, dann kämpft man dafür, beanstandet und sanktioniert unkooperatives Verhalten − umgehend und unmissverständlich. «Tit for Tat» heisst die Strategie aus der Spieltheorie. − Wer nicht handelt, stimmt zu.

«Vertrauen steht immer im Clinch und
ist immer eine Herausforderung:
Vertrauen ist ein zerbrechliches Gut, um
das man sich stets von Neuem bemühen muss»

«Zugehörigkeit ist das Gefühl
und die Gewissheit Teil eines Ganzen zu sein»

Tatjana Schnell, Leiterin Sinnforschung
an der Universität Innsbruck

Zugehörigkeit

Menschen wollen dazugehören

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Unser tiefstes Bedürfnis ist es, sich innerhalb einer klar definierbaren Gruppe akzeptiert zu fühlen. Mit dem Gefühl der Zugehörigkeit erleben wir uns selbst als Teil eines umfassenden Ganzen und wir erleben Geborgenheit. Für dieses Gefühl des Integriert-Seins, des Angenommen- und Bejaht-Werdens sind wir bereit, alles zu tun. Das Wohlbefinden, das Menschen in Gruppen oder Cliquen haben, das ist das Zugehörigkeitsgefühl. Fühlen wir uns zugehörig, dann fühlen wir uns wohl und glauben an uns und unsere Möglichkeiten.

Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit ist ein Erbe aus unserer Menschheitsgeschichte, denn Jäger und Sammler waren als Einzelne nicht überlebensfähig und der Wechsel zu einer anderen Sippe war nicht möglich. Das Ausgestossen-Sein bedeutete in Urzeiten den sicheren Tod. Darum: Wir Menschen wollen dazugehören, dann fühlen wir uns sicher und wohl.

Wer sich nicht zugehörig fühlt,
macht Schwierigkeiten.

Ob wir uns zugehörig fühlen, beeinflusst nicht nur unser Wohlbefinden, sondern auch unser Selbstwertgefühl. Das Zugehörigkeitsgefühl ist eng mit der Frage nach Sinn verbunden und beeinflusst unsere Leistungsbereitschaft. Wer sich zugehörig, sprich: akzeptiert, anerkannt, wertgeschätzt fühlt, ist bereit, seinen Beitrag zum Ganzen zu leisten und sich für die Gruppe einzusetzen, sich zu engagieren und sein Bestes zu geben.

Wenn Menschen sich nicht zugehörig fühlen, bestimmt das auch ihr Handeln: Ihre Aufmerksamkeit richtet sich dann nämlich primär darauf, den eigenen Platz in der Gruppe zu finden und zu sichern, und nicht, zum Fortschritt der Sache und zum Wohl der Gruppe beizutragen. Wer sich nicht zugehörig fühlt, macht Schwierigkeiten. Das beste Gegenmittel gegen destruktives Verhalten ist es, das Zugehörigkeitsgefühl zu stärken.

«Ein Team ist wie eine Perlenkette:
Reisst eine Perle aus, reisst die ganze Kette.
Jeder muss darauf achten, dass die Kette ganz bleibt»

Christine Ochmann,
aus: «Herzschrittmacher für Teams»