Weiter im Text!

Ein Text steht erst, wenn jedes Wort sitzt, besagt eine Texterweisheit. Denn in der Tat, jedes einzelne Wort ist entscheidend, wie ein Text, wie eine Rede wirkt und beim Empfänger ankommt. Wir als Sender haben es nämlich in der Hand, was wir mit unserer Sprache in den Köpfen der anderen auslösen.

Was immer wir aber schreiben und sagen, wir outen uns in erster Linie selbst. Verbal, nonverbal. Durch Gedankenführung, durch Wortwahl geben wir Einblick in unseren Denkapparat, in unser Gehirn. Unsere Sprache drückt nämlich aus, wie wir die Welt sehen und was wir von der Welt und unseren Mitmenschen denken. «Deine Sprache verrät Dich!» (Matth. 26.73). Die Sprache funktioniert wie ein Spiegel: Sie widerspiegelt die Persönlichkeit eines Menschen.

Wie eng die Sprache und die Persönlichkeit zusammenhängen, zeigt sich insbesondere auch bei Redeauftritten. Grosse Reden schwingen ist das eine, wirklich etwas zu sagen haben, etwas ganz anderes. Wer bei seinem Gegenüber glaubwürdig ankommen will, muss selbst auch als Mensch erkennbar sein. Muss echt überzeugend sein! Menschen folgen keinen Ideen, Menschen folgen Menschen mit Ideen. Als Redner und Rednerin sprechen wir wohl zu einer Sache, aber wir sprechen in erster Linie von uns und wir müssen in zweiter Linie zum Publikum sprechen.