9. August 2020

Das Spiel des Lebens – eine sinn-volle Sichtweise

Da sind wir als inkarnierte Seele nun mal auf dieser Erde gelandet, gestrandet auf Mutter Erde. Und was finden wir hier vor? Was ist das Leben eigentlich? Ein Kampfplatz, ein Übungsfeld, ein Rummelplatz, ein Hamsterrad, ein Schlachtfeld oder gar ein Spielplatz? ‒ ja, genau, das alles ist das Leben! Denn wie auch immer wir das Leben sehen, wir haben recht! Denn wir sehen das Leben nicht so, wie es ist, sondern so wie wir sind.

Unsere Einstellung, unser Selbst-, Welt- und Menschenbild, entscheidet darüber, wie wir das Leben sehen und wie sich folgerichtig unsere Realität einstellt. Aber das Leben ist grundlegend einfach einmal so, wie es ist. Punkt. Die Bewertungsmechanismen in unserem Kopf entscheiden, wie wir unsere Realität einfärben, bzw. sehen, wie wir das Leben, «unser» Leben erleben. So leben wir mit/dank unserer Weltsicht in unserer eigenen Welt, und zwar jede und jeder von uns. Und genau das ist das Fantastische! Denn in dieser individuellen Weltsicht gründet die Einzigartigkeit von uns Menschen, darin spiegelt sich unsere Individualität.

Fantastisch, zum zweiten

Diese unsere ureigene Weltsicht bildet zudem das Fundament für unsere massgeschneiderten Erlebnisse hier auf diesem Planeten. Aber was machen wir eigentlich hier auf der Erde? Eigentlich machen wir hier «nur» eines, nämlich Erfahrungen! In der Tat ‒ Weisheit der Sprache! ‒ wir «machen» unsere Erfahrungen (selbst). Wir machen sie in der Tat, und zwar weit mehr als uns dies bewusst ist.

Auf der Bühne des Lebens

Und welche Art von Erfahrungen machen wir? Wir machen schwierige, anspruchsvolle, sogenannte «schlechte, negative» Erfahrungen, und wir machen auf der anderen Seite freudige, leichte, sogenannte «gute, positive» Erfahrungen. Und zwar in steter Abwechslung ‒ in einer sich stetig verändernden Tonalität oszillieren wir zwischen den Polen hin und her. Wir pendeln hin und her im Spiel der Polaritäten. Eine der Hauptrollen im Spiel der Polaritäten spielen dabei unsere Gefühle, auf der Palette von «zu Tode-betrübt» bis hin zu «himmelhoch-jauchzend». Dank unseren Gefühlen können wir das Polaritäten-Spiel im wahrsten Sinne des Wortes erleben, mit Haut und Haar miterleben.

Ebenso wechselhaft wie die Gefühle sind die sie begleitenden Gedanken, die sich je nach Lebenssituation auf der Skala von «bedrohlich-abwehrend» bis hin zu «freudig-begrüssend» bewegen. So agieren und handeln wir im Spiel der Polaritäten, strampeln uns ab, und meistens strampeln wir uns wund dabei. Wir machen nämlich immer wieder dieselben Erfahrungen, nur mit anderen Statisten, anderen Requisiten, anderen Kulissen. Das Spiel des Lebens ist nämlich auch ein Theater, die Bühne des Lebens eben, auf der mit dauernd wechselnden Gefühlen und Gedanken das Drama, die Tragödie oder die Komödie des Lebens gespielt wird. Wir Menschen spielen Theater und erleben dabei wechselnde Gefühle, haben unterschiedliche Gedanken, wir leiden und freuen uns. Zudem haben wir einen Körper, mit dem wir uns von Schauplatz zu Schauplatz bewegen. ‒ Also: Wir haben einen Körper, haben Gefühle und Gedanken, aber ist das alles? Wir haben wohl Körper, Gefühle, Gedanken, aber wer sind wir?

Die Ebene des bewussten Seins

Ja, da war doch noch was, etwas mit dem wir über unsere wechselnden Erfahrungen nachdenken können, eine Art Reflexions-Instanz, die im Lebenstheater Zusammenhänge erkennen und auch Sinn wahrnehmen kann, etwas, das weniger wechselhaft ist, vielleicht etwas Grundlegenderes? ‒ Können wir dieses Etwas die geistige Dimension nennen, die Ebene des Bewusstseins, die Ebene des bewussten Seins? Ist es nicht auch die Ebene unserer schöpferischen Fähigkeiten, das weite Land unserer Kreativität, unserer Schöpferkraft? Eine Instanz, die bewusst Neues ins Leben rufen und die aus Möglichkeiten Wirklichkeiten machen kann? Ist diese geistige Dimension am Ende gar das eigentlich Menschliche, das Wesentliche? Ja, wir sind eigentlich, von Haus aus, geistige Wesen, was wir aber clevererweise vergessen haben, sonst könnten wir das Spiel des Lebens nicht so intensiv und mit ganzem Herzen spielen und uns verstricken, um uns in der Folge wieder zu ent-wickeln. Im Spiel des Lebens sind unser Körper, die Gefühle und Gedanken «nur» Hilfsmittel, mit denen wir auf der Lebensbühne agieren können.

Auf sinn-vollen Pfaden

Unser Leben aus dieser geistigen Dimension heraus zu betrachten generiert Sinn. Um bei der Metapher des Theaters zu bleiben, können wir die geistige Dimension als Regieraum im Theater ansehen, in dem alle Fäden zusammenlaufen und der in intensiven Kontakt steht mit dem Seilboden, auf dem jeweils die passenden Kulissen geschoben werden. Und so wie der Regieraum im Theater das ganze Spiel irgendwie durchdringt, ohne dass dies sichtbar und wir uns dessen bewusstwerden, so ummantelt und durchdringt die geistige Ebene unser Mensch-Sein.

Wenn wir unsere Lebenssituationen aus der geistigen Dimension heraus betrachten, richten wir unser Augenmerk weniger auf die wechselnden Handlungen auf der Lebensbühne, sondern auf das Grundlegendere, das dahintersteckt, auf die Kommandi, die das Spiel erst starten ‒ auf unsere Einstellungen, und auf unsere Haltungen im Theater des Lebens. Denn das Theater des Lebens ist unser eigentliches Übungsfeld für unsere Haltungen, für unsere Haltung im Leben. Denn es könnte sein, dass die Fragen, die das Leben an uns richtet, nicht in erster Linie auf die konkreten, wechselnden Handlungen auf der Lebensbühne abzielen, sondern dass uns das Leben immer wieder fragt, «nun, welche Haltung nimmst du ein, wenn ich dir diese und jene Kulisse – sprich: Lebenssituation – zuschiebe?» Und das Leben schenkt uns solange die unterschiedlichsten Kulissen zur Auswahl, bis wir die ideale Lebenshaltung in den jeweiligen Lebenssituationen «geschnallt» haben. Dann folgt die nächste Lektion, usw.

Vorhang auf!

Ok, wir sind auf der Erde, um das Spiel der Polaritäten zu erleben und unsere Erfahrungen zu machen und das können wir tun, solange wir wollen, auch ohne uns weiterzuentwickeln. Wollen wir uns aber entwickeln und unsere Möglichkeiten, unser Potential entfalten, lohnt es sich, auf der Bühne des Lebens nicht in erster Linie Probleme zu sehen und zu lösen, sondern unsere Einstellung, unsere Haltung gegenüber Problemen zu justieren und zu optimieren. Und haben wir die ideale Haltung, wie zum Beispiel «Selbstvertrauen», «Mut», «Liebe», oder «Gelassenheit», gefunden, dann ergeben sich aus dieser idealen Haltung heraus ganz natürlich und automatisch die passenden Handlungen, und die sogenannten Probleme lösen sich leicht oder verschwinden gar ganz. Mit dieser lebensbejahenden und haltungs-optimierenden Lebenseinstellung sind wir nicht nur jederzeit ganz bei uns, nehmen uns ernst und an, sondern unser Leben, was immer wir erleben, macht Sinn. Und weiter geht’s ‒ mutig zum nächsten Schauplatz.

Vorhang auf!